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Aktuell Europa

Justiz sperrt Pussy-Riot-Clip

Pussy Riot und kein Ende. Erst sperrt die russische Justiz zwei der Musikerinnen weg ins Straflager. Jetzt soll auch das Video ihres Punk-Gebets aus dem Internet verschwinden.

In dem Videoclip seien Aussprüche und Handlungen dokumentiert, die Gläubige verletzen könnten, sowie verborgene Aufrufe zum Aufruhr und Ungehorsam, entschied die zuständige Richterin Marina Mussimiowitsch. Mit anderen Worten: das Video sei "extremistisch". Die Richterin berief sich dabei auf ein Gutachten im Auftrag des russischen Innenministeriums.

Video ansehen 01:38

Kleine Überraschung im Pussy- Riot-Verfahren

So bald das Urteil rechtskräftig geworden ist, darf das Video in Russland nicht mehr gezeigt werden. Eine Missachtung würde als Verbrechen verfolgt, melden russische Medien. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft werde auch der Zugang zu Internetseiten mit Filmen der Gegnerinnen von Präsident Wladimir Putin blockiert, sagte ein Justizsprecher.

Harte Urteile für "Punk-Gebet"

Im Februar hatten die drei Musikerinnen Jekaterina Samuzewitsch, Maria Aljochina und Nadescha Tolokonnikowa in der wichtigsten christlich-orthodoxen Kirche des Landes, der Christ-Erlöser-Kathedrale in Moskau, ein Punk-Gebet gegen die Allianz von Kirche und Staat inszeniert. Darin hatten sie die Gottesmutter Maria aufgefordert, Präsident Putin aus dem Amt zu jagen.

Das millionenfach abgerufene Video löste in Russland große Empörung aus. Die drei Musikerinnen wurden festgenommen und im August wegen "Rowdytums aus religiösem Hass" zu zwei Jahren Lagerhaft verurteilt. Ein Berufungsgericht hatte die Urteile gegen Aljochina und Tolokonnikowa bestätigt. Das gegen Samuzewitsch wurde zur Bewährung ausgesetzt. Die Urteile waren international auf Empörung gestoßen.

gmf/kle (dapd, dpa, kna)

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