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Kultur

Junta hofft auf zehn Milliarden Dollar für Zyklon-Opfer

Um den Zyklon-Opfern zu helfen, sind Vertreter aus über 50 Staaten in Rangun zusammengekommen. Und die Hilfe ist bitter nötig: Erst ein Viertel der 2,5 Millionen Betroffenen hat Lebensmittel oder Medizin erhalten.

Schweigeminute für die Zyklon-Opfer bei der Geberkonferenz (25.5.2008, Quelle: AP)

Schweigeminute für die Nargis-Opfer bei der Geberkonferenz

Geberkonferenz in Rangun (25.5.2008, Quelle: AP)

Vertreter aus 50 Staaten sind nach Rangun gekommen

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon erklärte am Sonntag (25.5.2008) , er hoffe, dass die Konferenz ein Wendepunkt in der Bewältigung der Krise sei. Die regierende Militärjunta hatte Ban zuvor zugesagt, dass Mitarbeiter der internationalen Hilfsorganisationen nun ungehindert ins Land könnten. Von der konkreten Umsetzung war aber noch nichts bekannt.

Bislang seien 30 Prozent der von den UN erbetenen 201 Millionen Dollar eingegangen, weitere 20 Prozent seien versprochen. Ban betonte zudem, die Regierung Birmas scheine sich nun zu bewegen, nachdem bürokratische Hindernisse eine effektive Hilfe zuvor beträchtlich behindert hätten.

Erst ein Viertel hat Hilfe erhalten

Bisher haben den Vereinten Nationen zufolge nur ein Viertel der 2,5 Millionen Menschen in Not Hilfe erhalten. 134.000 Menschen sind tot oder gelten als vermisst. Experten befürchten noch mehr Opfer, wenn in den kommenden Monaten nicht Lebensmittel, Medizin und andere Hilfsgegenstände in ausreichender Menge bereitgestellt werden.

Insgesamt sind Vertreter von 52 Staaten zu der Konferenz nach Rangun gekommen, die von den Vereinten Nationen und der Südostasiatischen Staatengemeinschaft (ASEAN) einberufen wurde.

Der US-Vertreter bei der Geberkonferenz machte deutlich, dass Birma zuerst den ungehinderten Zugang in das Katastrophengebiet sicherstellen muss, wenn es von den USA weiteres Geld bekommen will. Denn noch fehlten konkrete Informationen, wie viel Hilfe genau benötigt werde, sagte der stellvertretende Ministerialdirektor im US-Außenministerium, Scot Marciel. Für Deutschland ist der Staatsminister im Auswärtigen Amt, Gernot Erler, nach Rangun gereist. Mit ihm wurden in einem Airbus der Luftwaffe acht Tonnen Hilfsgüter nach Birma transportiert.

Französisches Kriegsschiff wird mit Hilfsgütern beladen (15.5.2008, Quelle: AP)

Kriegsschiffe dürfen nicht landen - obwohl sie mit Tonnen von Hilfsgütern vor der Küste liegen

Kriegsschiffe unerwünscht

Die Militärjunta wollte bei der Konferenz vermutlich um 10,7 Milliarden Dollar für den Wiederaufbau bitten. Sie hatte UN-Generalsekretär Ban am Freitag zugesagt, alle ausländischen Helfer ins Land zu lassen. Ministerpräsident Generalleutnant Thein Sein erklärte, internationale Hilfe, die nicht an Bedingungen geknüpft werde, sei willkommen. Es könnten aber nur zivile Schiffe anlanden. Dies betrifft amerikanische, britische und französische Kriegsschiffe, die mit Tonnen an Hilfsgütern vor der Küste liegen und seit Tagen auf die Genehmigung zur Einfahrt in den Hafen von Rangun warten. Die Junta hat dies unter Hinweis auf eine befürchtete US-Invasion abgelehnt.

"Wettlauf gegen die Zeit"

Auch die internationalen Hilfsorganisationen warteten noch darauf, wie von der Junta zugesagt ihre Helfer ins Land schicken zu können. Die Generäle ließen zunächst völlig offen, ob und wann Ausländer ins vom Zyklon "Nargis" am schwersten verwüstete Irrawaddy-Delta vordringen dürften. "Es ist ein Wettlauf gegen die Zeit", erklärte die britische Organisation Oxfam und forderte, der Ankündigung der Junta müssten nun rasch Taten folgen. Die deutsche Welthungerhilfe erklärte, man bleibe nach den bisherigen Erfahrungen mit den Generälen zunächst skeptisch. Auch die Gruppe Save the Children warnte vor zu früher Erleichterung.

Im birmanischen Katastrophengebiet fand unterdessen das umstrittene Verfassungsreferendum statt. Die Abstimmung, mit der die Junta nach Ansicht ihrer Kritiker langfristig ihre Macht sichern will, wurden in weiten Landesteilen schon am 10. Mai durchgeführt. Am Samstag folgten Rangun und das Irrawaddy-Delta. Die Abstimmung war weitgehend bedeutungslos, da nach offiziellen Angaben zuvor schon 92,4 Prozent die neue Verfassung gebilligt hatten. (mg)

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