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Sport

Jungfrau und Stützstrümpfe

Während Titelverteidiger Frankreich mit einem Sieg gegen Kroatien den Viertelfinal-Einzug perfekt machen kann, wollen die Engländer ihren Frust über die Niederlage im Auftaktspiel an den Schweizern auslassen.

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Beckham: "Wir sind wütend"

"Wir sind wütend", sagt Kapitän David Beckham drohend. Die Engländer wollen ihren Frust über die Last-Minute-Niederlage gegen die Equipe Tricolore" mit ins Spiel gegen die Schweiz (16:00 Uhr UTC in Coimbra) nehmen. Zum Ärger über das 1:2-Drama gegen Frankreich kommt für "Spice Boy" Beckham die harsche Kritik in der Heimat. "Er muss anerkennen, dass er längst nicht so gut ist, wie er immer sein will", urteilte die altehrwürdige Times.

Der höchst dotierte Fußballer der Welt reagiert trotzig: "Ich bin immer der Held oder der Versager. Dazwischen scheint es nichts zu geben", meint Beckham, der auch nach dem verschossenen Strafstoß gegen Frankreich weiterhin Elfmeter schießen möchte - trotz des eindringlichen Appels der Zeitung "The Sun":"Bitte nicht, David!" Die geballte Wut soll jetzt im Spiel gegen die Schweiz positiv umgesetzt werden. Das ist auch bitter nötig, wollen die Profis aus dem Fußball-Mutterland in der Gruppe B nicht schon vorzeitig ihre Viertelfinalchancen verspielen.

Schweiz als Stolperstein?

Stiel

Der schweizer Torhüter Jörg Stiel übt wieder Kunststücke

Doch genau darauf setzen die Eidgenossen. "Sie zweifeln keinen Moment an einem Sieg über uns", sagt England-Legonär Stephane Henchoz, der die englische Mentalität in fünf Jahren beim FC Liverpool bestens kennen gelernt hat. "Ihre Überheblichkeit könnte unsere Chance sein." Die Schweizer, die nach dem 0:0 gegen Kroatien ebenfalls dringend Punkte brauchen, haben die Engländer immerhin schon mal geärgert: Vor acht Jahren bei der Euro in England rangen sie den Gastgebern im Eröffnungsspiel ein 1:1 ab.

Große Umstellungen werden wohl beide Trainer nicht vornehmen. Sven-Göran Eriksson, der Schwede in englischen Diensten, ist optimistisch, dass Mittelfeldspieler Paul Scholes seine Knöchelverletzung rechtzeitung auskurieren wird. Als Ersatz stünde Owen Hargreaves von Bayern München bereit. Der Schweizer Trainer Jakob "Köbi" Kuhn setzt auf ungewöhnliche Hilfsmittel für seine Spieler - wenn auch nur außerhalb des Spielfeldes: Stützstrümpfe sollen die Durchblutung der eidgenössischen Fußballer-Beine fördern.

Die voraussichtlichen Aufstellungen:
England:
James - Gary Neville, Terry, Campbell, Cole - Beckham, Gerrard, Lampard, Scholes - Owen, Rooney
Schweiz: Stiel - Haas, Müller, Murat Yakin, Spycher - Huggel, Celestini, Wicky - Hakan Yakin - Frei, Chapuisat

Harmonie und Krach

Zidane

Matchwinner gegen England: Zinedine Zidane

Ziemlich gelassen ist die Stimmung bei den Franzosen. Im Gegensatz zur völlig missratenen WM 2002 in Japan und Südkorea ist wieder jenes familiäre Flair in de "Equipe Tricolore" eingekehrt, das beim WM-Sieg 1998 und dem EM-Titelgewinn 2000 die Basis für den Erfolg legte. Dennoch warnt Kapitän Zinedine Zidane, der mit seinen Toren in der Nachspielzeit das Spiel gegen England kippte: "Wir dürfen Kroatien nicht unterschätzen."

Allerdings ist bei den Kroaten vor dem Spiel in Leira (18:45 Uhr UTC) von Harmonie nichts zu verspüren. Sie stehen nach dem dürftigen torlosen Unentschieden im Auftaktmatch gegen die Schweiz mit dem Rücken zurr Wand - und ihr Trainer Otto Baric unter heftigem Beschuss, wobei sich vor allem Ex-Nationaltrainer Miroslav Blazevic hervor tat: "Baric ist ein Blinder". Doch der so rüde attackierte Trainer-Veteran hofft am himmlischen Beistand: Vor dem Abschlusstraining suchten Baric und sein Team im Wallfahrtsort Fatima die Unterstützung der Jungfrau Maria.

Die voraussichtlichen Aufstellungen:
Frankreich: Barthez - Gallas, Thuram, Silvestre, Lizarazu - Viera, Dacourt - Pires, Zidane - Henry, Trezeguet
Kroatien: Butina - Simic, Robert Kovac, Tudor, Tomas - Mornar, Niko Kovac, Rosso, Rapaic - Klasnic, Olic

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