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Kultur

Junge Kunst auf der Art Cologne 2001

Die Sorge der Veranstalter hat sich nicht bewahrheitet: Weder Galeristen noch Sammler sind wegen der Terroranschläge und ihrer krisenhaften Folgen der Art Cologne ferngeblieben.

270 Kunsthändler aus 20 Ländern boten ihre Werke auf der ArtCologne an. Das Angebot auf dem Kölner Messegelände reichte von Werken der Klassischen Moderne und abstrakter Stilrichtungen seit den 50er Jahren bis zur Gegenwartskunst mit den neuesten Tendenzen in den Bereichen Fotografie oder Neuer Medien. In den Bereichen Fotografie oder Neue Medien gab es außer Neuem auch Kontroverses zu entdecken.

25 internationale Künstler unter 40 Jahren sind "Förderkünstler der Art Cologne". Ihre maximal 7.000 Mark (3.580 Euro) teuren Werke standem dieses Jahr für den aktuellen Trend. Und der heißt nach wie vor "Multimedia" und "Fotografie", aber vor allem: Individualismus - alles ist möglich.

So entdeckte der Besucher im Inneren einer Riesen-Schokoladenkugel - außen braun, innen weiß - der Nachwuchskünstlerin Sonja Alhäuser eine Orgie "en miniature": Männer- und Frauenfiguren aus Marzipan, die allein, zu zweit, zu mehreren oder vielen lustvoll oder wollüstig mit ihren Körpern beschäftigt sind.

"Rechts sein heißt für mich: Spaß an der Freude haben. Saufen, Ficken, Schlafen", meint der 18-jährige Arbeitslose Stalin. Er ist einer der 15 "stolzen Rechten", die die "Förderkünstlerin" Bettina Flitner zu einer beängstigenden Rauminstallation aus Fotografie und Text zusammengefügt hat.

Trends gebe es nicht mehr, meint dagegen Ernst Hilger aus Wien, dessen Galerie keine "Förderkünstler" stellt. Dafür aber junge Künstler wie Andreas Leikauf, der mit seinen Acrylbildern vertreten ist aber auch "Gartenzwerge für Arme" macht. Das seien ausrangierte Dosen mit aufgemaltem Gesicht für rund 30 Mark (15 Euro) - im Messeangebot seien sie allerdings nicht vorgesehen.

Jung, individuell und "günstig" ist auch die "Hausfrauenkunst" der Karlsruherin Patricia Waller. Ihr gehäkeltes Büffet aus Würstchen mit Spiegelei, Hummer und Hähnchenkeulen samt Salatblättchen sei auch ironischer Kommentar des Vernissagenbetriebs "und allem, was so dazu gehört".