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Aktuell Nahost

Junge Deutsche im Kampf gegen IS-Terrormiliz getötet

Für die Terrorgruppe IS in Syrien und im Irak kämpfen Islamisten aus aller Herren Länder. Aber auch in den Reihen der Gegner sind Ausländer aktiv. Eine mit den syrischen Kurden kämpfende Deutsche wurde getötet.

Bei Kämpfen mit der Terrormiliz "Islamischer Staat" ist im Nordosten Syriens nach Berichten aus der Region erstmals eine Deutsche in den Reihen der kurdischen Einheiten getötet worden. Die junge Frau sei nordwestlich der Stadt Al-Hassaka bei einem Gefecht in der Nähe des Ortes Tell Tamr gefallen, meldete die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit Sitz in London.

Ein Sprecher der syrischen Kurdenmilizi PYD bestätigte den Tod der Deutschen. Die 19-Jährige Ivana H. habe sich vor zwei oder drei Monaten einer Kampfeinheit kurdischer Frauen (Artikelbild) angeschlossen, sagte ein hochrangiger Parteifunktionär. Das Auswärtige Amt in Berlin bestätigte den Tod der Deutschen bislang nicht.

"Kampf für die Menschlichkeit"

Nach Informationen der kurdischen Nachrichtenagentur ANF hatte die junge Frau afrikanische Wurzeln und war Anhängerin der kommunistischen Partei MLKP aus der Türkei. Auch ein Internetvideo der syrischen Kurden soll die Frau zeigen. Darin sagt sie, sie sei nach Nordsyrien gekommen, "weil man hier für die Menschlichkeit kämpft". In der Region um Tell Tamr kommt es seit Tagen immer wieder zu Gefechten zwischen Kurden und dem IS, nachdem die Dschihadisten dort mehrere christliche Dörfer eingenommen haben.

Die Syrische Beobachterstelle teilte weiter mit, damit seien inzwischen drei Ausländer aufseiten der Kurden in Syrien getötet worden. Die in London ansässige Organisation geht davon aus, dass sich rund 100 westliche Ausländer den Kurden angeschlossen haben, unter ihnen Amerikaner, Franzosen, Spanier und Dänen.

Aufseiten des IS kämpfen Tausende Ausländer, vor allem aus anderen arabischen Ländern, aber auch aus Europa und Übersee. Die Terrororganisation hat weite Teile Syriens und des benachbarten Irak unter ihre Kontrolle gebracht und in diesen Gebieten ein islamisches Kalifat ausgerufen.

Luftangriffe auf Ölraffinerie

Bei Luftangriffen der internationalen Koalition auf eine Ölraffinerie unter Kontrolle der Terrormiliz starben im Norden Syriens mindestens 30 Menschen. Unter den Toten seien neben IS-Anhängern auch Arbeiter der Raffinerie, teilte die Beobachtungsstelle mit. Die USA und ihre arabischen Verbündeten bombardieren regelmäßig IS-Stellungen in Syrien. Dabei nehmen sie auch Ölanlagen ins Visier, um die Geldquellen des IS zu zerstören.

Im Irak töteten die IS-Extremisten nach Augenzeugenberichten 30 eigene Kämpfer, weil sie vor Gefechten mit den Regierungstruppen geflohen seien. Die Leichen seien nördlich der Stadt Tikrit verbrannt worden, hieß es in den Berichten. Demnach hat der IS eine Spezialeinheit geschaffen, die geflohene Kämpfer verfolgen soll. Die irakische Armee hat vor einer Woche eine Großoffensive gegen den IS begonnen, um die Provinzhauptstadt Tikrit rund 170 Kilometer nördlich von Bagdad zu befreien. Die Stadt liegt an einer wichtigen Verbindungsstraße zwischen der Hauptstadt und der IS-Hochburg Mossul im Nordirak.

wl/SC (dpa, rtr, ape)