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Kultur

"Jung und frei" - Cascada fährt nach Malmö

Es war ein Kopf-an-Kopf-Rennen: Beim Vorentscheid in Hannover hat sich das Trio Cascada für den 58. Eurovision Song Contest in Schweden qualifiziert.

Vor zehn Jahren trafen sich Natalie Horler, Manuel Reuter und Yann Pfeifer in Bonn und wollten einfach nur Musik machen. Seither tun sie genau das als Natalie, DJ Manian und Yanou. Zunächst nennen die drei ihre Band Cascade, ändern den Namen dann aber aus urheberrechtlichen Gründen in Cascada - Wasserfall. Die Band hat fünf Studioalben aufgenommen und mehr als zwanzig Singles herausgebracht. "Evacuate the dancefloor" schaffte es sofort auf Platz 1 der britischen Top 40 Singles-Charts und war auch in Deutschland Cascadas erfolgreichster Titel. Mit über 30 Millionen verkauften Tonträgern gehört die Band heute zu den weltweit erfolgreichsten Dance-Pop-Acts.

"Sei wild"

Cascada hat schon viele Preise geholt. Jetzt geht die Band als Sieger des Vorentscheids in Hannover für Deutschland zum 58. Eurovision Song Contest nach Malmö und macht sich Hoffnungen. Gute Laune soll ihr neuer Club-Song "Glorious" bringen. "Wir sind jung und frei. Die Welt gehört uns. Ich fühle die Musik in mir. Herrlich, ich habe eine Liebe gefunden, die Augen nicht sehen", singt Natalie Horler in schwarz-glitzerndem Bustier und kurzem weißen Mini mit Schleppe hoch hinab vom Podium. 

Natalie Horler (Foto: dpa)

Natalie Horler - Frontfrau von Cascada auf der Bühne in Hannover

"Sei wild. Es gibt ein Leben vor dem Tod." Das ist die diesjährige deutsche Vision für Europa. Ob Cascada damit Punkte abräumt oder kläglich scheitert, wird sich zeigen.

Gute Entwicklung

"Deutschland hat sich in den letzten zehn Jahren beim ESC überraschend gut entwickelt", sagt Paul Jordan alias Dr. Eurovision. Der Engländer beobachtet den Wettbewerb seit Jahren und hat darüber promoviert. "Lange gab es für Deutschland beim Eurovision keine Hoffnung. Alles war so altbacken. Mit Lena und Roman Lob ging es dann unter die ersten zehn. Klar, Cascada ist etwas rauer vielleicht. Aber ehrlich. Und Glorious ist ein Ohrwurm", meint er.

Viel Abwechslung

Dass die zwölf Wettbewerber in Hannover mit vergleichsweise viel Abwechslung und Niveau aufwarteten, hat traditionelle ESC-Skeptiker überrascht. Acht englische und vier deutsche Songs wurden vorgetragen.

LaBrassBanda (Foto: picture alliance)

LaBrassBanda

Das Publikum gab zunächst der Bläsercombo LaBrassBanda volle Punkte, die mit "Nackert" den bayerischen Blaskapellen-Klang mit Ska- und Reggae-Einschlägen garnierten. Schrill! Etwas zu schrill für die Jury, die der beliebten Truppe vom Chiemsee am wenigsten Punkte gönnte.

Stattdessen hätte die Jury bestehend aus Mary Roos, Anna Loos, Peter Urban, Tim Bendzko und Roman Lob gerne das Künstlerkollektiv Blitzkids mvt. zum Sieger gekürt. Die gestylte Truppe wirkte, als stoße Lady Gaga 1980 mit The White Stripes und Spandau Ballet in einem Berliner New Romantic Nachtclub zusammen - zu speziell, zu großstädtisch. Da brachte das neu eingeführte Bewertungssystem - dass der Jury, aber auch Radiohörern und Fernsehzuschauern jeweils zu einem Drittel die Entscheidungskraft übertrug - eben den kommerziellen Kompromiss: Cascada.

Mal sehen, ob sich über 120 Millionen Zuschauer beim weltweit größten Musikwettbewerb am 18. Mai 2013 in Malmö mitreißen lassen.

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