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Welt

Jung-Diktator festigt seine Macht

Knapp zwei Wochen nach dem Tod von Diktator Kim Jong Il festigt der jüngste Sohn Kim Jong Un seine Position als neue Nummer Eins. Die Staatspresse feiert ihn als Leiter des ZK der kommunistischen Partei.

Der neue starke Mann in Nordkorea: Kim Jong Un (Mitte) (Foto: AP/dapd)

Der neue starke Mann in Nordkorea: Kim Jong Un (Mitte)

"Lasst uns unser Leben geben zum Schutz des Zentralkomitees unter Führung des geliebten Genossen Kim Jong Un", schrieb die Zeitung "Rodong Sinmun", das offizielle Organ der kommunistischen Arbeiterpartei, am Montag (26.12.2011) in einem Leitartikel. Dies deutet nach Ansicht von Beobachtern darauf hin, dass der militärisch und politisch als unerfahren geltende Sohn später auch den Posten des Parteichefs übernehmen soll. Der Vorsitzende des Zentralkomitees ist in der Regel auch Generalsekretär der Partei, was als wichtigster ziviler Posten im Ein-Parteien-System Nordkoreas gilt.

Erst am Samstag hatte "Rodong Sinmun" Kim Jong Un als "Oberbefehlshaber" der Armee bezeichnet. Die Kontrolle über die 1,2 Millionen Mann starken Streitkräfte ist für die Machtausübung in Nordkorea von zentraler Bedeutung.

Der tote Diktator Kim Jong Il in seinem Glassarg (Foto: AP/dapd)

Der tote Diktator Kim Jong Il in seinem Glassarg

Kim Jong Il hatte seinen noch nicht einmal 30 Jahre alten, dritten und jüngsten Sohn systematisch auf die dynastische Nachfolge in dritter Generation vorbereitet. Der langjährige Diktator, der die Macht von seinem 1994 gestorbenen Vater und "ewigen Präsidenten" Kim Il Sung übernommen hatte, war nach offiziellen Angaben am 17. Dezember im Alter von 69 Jahren an den Folgen eines Herzinfarkts gestorben.

Onkel in Generalsuniform

Ein wichtige Rolle im neuen Machtgefüge des abgeschotteten Staates wird offensichtlich Kim Jong Uns Onkel Jang Song Thaek spielen. Nordkoreas Staatsfernsehen zeigte ihn am Sonntag an der Seite von Kim Jong Un am Glassarg des aufgebahrten Ex-Diktators in Pjöngjang. Der 65-Jährige trug erstmals eine Uniform mit dem Rangabzeichen eines Generals. Jang gilt seit langem als graue Eminenz des kommunistischen Regimes und Mentor von Kim Jong Un. Weiteren Aufschluss über die künftige Machtverteilung in Nordkorea erhoffen sich Beobachter von den Auftritten der kommunistischen Würdenträger bei der für Mittwoch geplanten pompösen Beisetzung Kim Jong Ils.

Südkoreanische Trauergäste in Pjöngjang

Die südkoreanische Delegation bei ihrer Ankunft in Pjöngjang (Foto: AP/dapd)

Kim Jong Un trifft Beileidsdelegation aus Südkorea

Zu Teilnahme an den Beerdigungsfeierlichkeiten trafen zwei private südkoreanische Delegationen in Pjöngjang ein. Eine wird von der Witwe des ehemaligen südkoreanischen Präsidenten Kim Dae Jung, Lee Hee Ho, geleitet, die andere von Hyundai-Chefin Hyun Jung Eun. Die Regierung in Seoul hatte nur diesen beiden Gruppen die Reise in den Norden erlaubt.

Die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap meldete, Kim Jong Un habe die Delegationen in Pjöngjang empfangen. Die Südkoreaner hätten dem Verstorbenen im Kumsusan-Palast die letzte Ehre erwiesen.

China und Japan wollen Stabilität

Japans Premier Noda (l.) mit dem chinesischen Präsidenten Hu Jintao (Foto: AP/dapd)

Japans Premier Noda (l.) mit dem chinesischen Präsidenten Hu Jintao

Die Entwicklung in Nordkorea nach dem Tode Kim Jong Ils bestimmte auch das seit längerem geplante chinesisch-japanische Gipfeltreffen in Peking. Nach einem Treffen des japanischen Ministerpräsidenten Yoshihiko Noda mit Chinas Staats- und Parteichef Hu Jintao hieß es am Montag, die Volksrepublik sei bereit "mit allen beteiligten Parteien, einschließlich Japan, gemeinsame Anstrengungen zur Wahrung des Friedens und der Stabilität auf der koreanischen Halbinsel zu unternehmen." Noda drängte die chinesische Führung, Pjöngjang zur Rückkehr zu den unterbrochenen Sechs-Parteien-Gesprächen über das nordkoreanische Atomprogramm zu bewegen, wie aus Kreisen der japanischen Delegation verlautete.

Autor: Michael Wehling (dpa, afp, dapd, rtr)
Redaktion: Ursula Kissel

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