1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Aktuell Welt

Jung - aber oft ohne Chance

Das UN-Kinderhilfswerk zeichnet ein düsteres Bild von der Lage von Jugendlichen in Schwellen- und Entwicklungsländern. Armut und Gewalt bestimmen häufig ihr Leben.

Rund 1,4 Milliarden Jugendliche im Alter von zehn bis 19 Jahren leben nach Angaben von Unicef derzeit auf der Erde, so viele wie nie zuvor. Fast jeder fünfte Mensch sei heute ein Jugendlicher. Rund 90 Prozent von ihnen lebten in Entwicklungsländern, heißt es im Unicef-Bericht "Zur Lage der Jugendlichen weltweit".

Viele Analphabeten

In diesen Ländern ist laut Unicef in Großteil der Heranwachsenden von sozialen Fortschritten und Rechten abgeschnitten. So könne in den ärmsten Ländern der Erde rund ein Viertel der jungen Frauen und ein Drittel der jungen Männer nicht lesen und schreiben. Im globalen Durchschnitt gingen nur rund 60 Prozent der Jungen und Mädchen nach dem Ende der Grundschulzeit weiter zur Schule; in den afrikanischen Ländern südlich der Sahara seien es sogar weniger als 30 Prozent. Schätzungsweise 75 Millionen Heranwachsende weltweit seien arbeitslos.

Jedes Jahr sterben - so das Hilfswerk weiter - schätzungsweise 1,4 Millionen Jugendliche bei Verkehrsunfällen, Geburtskomplikationen aufgrund früher Schwangerschaften, Selbsttötungen, Aids und Gewalt. "Während bei Kindern Krankheiten wie Durchfall oder Masern die Haupttodesursachen sind, spielen Krankheiten beim Tod von Jugendlichen nur noch eine relativ geringe Rolle", sagte ein Unicef-Sprecher in Köln bei der Vorstellung des Berichts.

Inhaftierte Mitglieder der Mara-Jugendbande in El Salvador (Archivbild: dpa)

Inhaftierte Mitglieder der Mara-Jugendbande in El Salvador

Vor allem in Lateinamerika sei die Zahl der Morde an männlichen Jugendlichen durch Straßengangs erschreckend hoch. In Ländern wie El Salvador, Venezuela, Guatemala und Brasilien lägen Verbrechen als Todesursache mit weitem Abstand an erster Stelle. Suizide seien besonders in Russland, Weißrussland und Kasachstan ein großes Problem, heißt es in dem Report.

"Armut, ein niedriger sozialer Status und Diskriminierung aufgrund des Geschlechts sind die größten Hindernisse auf dem Weg zum Erwachsenwerden", stellt Unicef in ihrem Report fest. Das Kinderhilfswerk fordert deshalb mehr Investitionen in Bildung und den Schutz von Jugendlichen. Traditionen wie Teenagerehen, Beschneidungen und die Tabuisierung von Aids müssten überwunden werden.

wl/rb (dpa,afp,dapd,epd)