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Europa

Juncker: Wahlkampf ohne Grenzen

Luxemburgs Ex-Premier Jean-Claude Juncker will es noch einmal wissen. Nach der Europawahl will er Chef der EU-Kommission werden. Wahlkampf kreuz und quer in Europa ist ungewohnt, sagt Juncker im DW-Interview.

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Interview: Jean-Claude Juncker nach der Wahlkampf-Debatte

Deutsche Welle: Herr Juncker, Sie debattieren erstmals live im Fernsehen, im Hörfunk und im Internet, mit den anderen Spitzenkandidaten der europäischen Parteien. Macht diese andere Form des Wahlkampfs Spaß? Sie unterscheidet sich ja deutlich von bisherigen Europawahlkämpfen?

Jean-Claude Juncker: Es ist diesmal anders. Der Europawahlkampf ist kontinentaler geworden und damit auch intensiver für die Spitzenkandidaten. Ich finde das alles hoch spannend. Man wußte schon viel als Person über Europa, aber man lernt jetzt täglich hinzu.

Ist das sehr anstrengend für Sie diese Form von Wahlkampf zu machen. Sie reisen durch 28 Länder in wenigen Tagen?

Ja, das ist anstrengend. Klar! Besonders als Luxemburger stößt man ja schnell an seine Grenzen und ist es nicht gewohnt, so einen großflächigen Wahlkampf zu machen, aber noch viel anstrengender sind die vielen Interviews, die man geben muss.

Na ja, Sie waren ja als Regierungschef schon Viel-Flieger und Viel-Redner auch. Das kann jetzt nicht so anstrengend sein. Wie reagieren denn die Menschen, wenn Sie in Länder kommen, in denen Sie vorher nicht so oft waren? Wenn Sie in Finnland oder Malta auftreten, kennen Sie die Menschen da überhaupt?

Die Malteser kennen mich sehr gut, die Finnen etwas weniger. Die Malteser wissen, dass ich sie sehr mag und dass ich mich damals sehr engagiert für den Beitritt Maltas eingesetzt habe. Weil an dem Tag, als Malta Mitglied der Europäischen Union wurde, hörte Luxemburg auf, das kleinste Mitgliedsland der Europäischen Union zu sein. Aber die Menschen, auf die ich zugehe oder die auf mich zukommen, sind im Regelfall wohl informiert, manchmal ein wenig überrascht, dass Kandidaten, die nicht aus ihrem Heimatland kommen, sich einer europäischen Wahl stellen. Aber das gehört jetzt zur europäischen Normalität.

Jean-Claude Juncker (59) war von 1995 bis 2013 Ministerpräsident von Luxemburg und viele Jahre Vorsitzender der Gruppe der Euro-Staaten innerhalb der EU. Der christdemokratische Jurist wurde im März zum Spitzenkandidaten der Europäischen Volkspartei gekürt und trifft in mehreren Fernsehdebatten live auf seine Kontrahenten. Jean-Claude Juncker werden neben dem deutschen Sozialdemokraten Martin Schulz die größten Chancen eingeräumt, der nächste Präsident der EU-Kommission zu werden.

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