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Fußball

Jugendspiel in Göteborg

Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft bestreitet am Mittwoch in Schweden ihr letztes Länderspiel des Jahres. Bundestrainer Löw setzt dabei vor allem auf Nachwuchskräfte.

Die Nationalspieler beim Training im Stadion Rambergsvallen in Göteborg - vor dem Länderspiel gegen Schweden (Foto: dpa)

Gleich vier Neulinge hat Joachim Löw zum Jahresabschlusskick an diesem Mittwoch (17.11.2010) in Göteborg eingeladen: Die Mainzer André Schürrle und Lewis Holtby und die Dortmunder Marcel Schmelzer und Mario Götze. Und der Bundestrainer tat das keineswegs aus Verlegenheit. Diese "Jungspunde" gelten momentan als die herausragenden Talente des deutschen Fußballs. Da kam es Löw sicher ganz recht, dass WM-erprobte Helden wie Kapitän Philipp Lahm, Torschützenkönig Thomas Müller oder Spielmacher Mesut Özil um eine Pause baten, und auch die verletzungsbedingten Ausfälle der Stürmer Lukas Podolski und Miroslav Klose wird er verkraften können.

Denn der Termin Mitte November bietet sich einfach an, um Neues auszuprobieren. Das nächste EM-Qualifikationsspiel steht erst Ende März gegen Kasachstan an, es besteht also keine Not, die Mannschaft schnellstmöglich auf den Ernstfall vorzubereiten.

Generation Selbstbewusst

Von seinen Nachwuchskräften, zu denen sicher auch noch die beiden weiteren Dortmunder Mats Hummels und Kevin Großkreutz gezählt werden dürfen, ist Jogi Löw bislang begeistert: "Wenn ich mit ihnen das Gespräch führe, dann habe ich immer das Gefühl, sie wissen, was sie wollen und wie sie das erreichen können."

Da hat der Bundestrainer sogar eine Parallele zum neuen Formel-1-Weltmeister Sebastian Vettel ausgemacht: "Daher denke ich, dass das eine Generation ist, die sehr ehrgeizig ist und die in ihrem ganzen Denken und Handeln den Eindruck vermittelt, sehr professionell zu sein."

Die Nationalspieler Lewis Holtby, Marcel Schmelzer (v.l.) machen beim Training der deutschen Fußballnationalmannschaft in Göteborg Dehnübungen (Foto: dpa)

Nur im Training am Boden - sonst obenauf: Die Debütanten Lewis Holtby (li.) und Marcel Schmelzer

Während Hummels und Großkreutz sich mit der Erfahrung von jeweils einem Länderspiel in Göteborg sogar Hoffnungen auf einen Einsatz von Anfang an machen dürfen, werden sich die anderen vier wohl erst später im Laufe des Spiels beweisen dürfen. Kein Problem für die so selbstbewussten Jünglinge wie Linksverteidiger Marcel Schmelzer: "Wir alle vier werden in den ersten Trainingseinheiten natürlich Gas geben. Wir werden zeigen, dass wir im Moment eine gute Form haben. Und dann liegt es natürlich am Trainer, wer dann am Mittwoch spielt, und wenn wir dann spielen sollten, geben wir natürlich unser Bestes, wie wir es hier Woche für Woche tun."

Kleine Küken und große Stars

Bundestrainer Joachim Löw auf einer Pressekonferenz in Göteborg am 15.11.2010 (Foto: AP)

Jogi Löw ist beeindruckt vom Nachwuchs

Mit "wir alle vier" meint er übrigens sich und seine Kameraden von der Dortmunder Borussia, die die Bundesliga in den vergangenen Wochen dominiert hat. Vor den Dortmundern hatte Mainz 05 an der Tabellenspitze gestanden, ist aber inzwischen auf Rang drei zurückgefallen.

Lewis Holtby und André Schürrle haben jetzt mit der Nominierung für das Schweden-Spiel die Belohnung für ihre frischen und frechen Auftritte bekommen. Eine große Ehre für Holtby: "Alles große Fußballer, die schon so viel erlebt haben, so viele internationale Spiele", stellt der Mainzer im Gegensatz zu den auf Wolke Sieben schwebenden Dortmundern fast kleinlaut fest. "Und wir kleinen Küken kommen da an und lernen das Business jetzt erst mal kennen. Wir freuen uns riesig drauf."

Die Kapitänsbinde wird sich in Göteborg Bastian Schweinsteiger überstreifen, im Tor darf voraussichtlich René Adler von Beginn an ran und Mario Gomez soll seine zurückgewonnene Treffsicherheit im Sturm unter Beweis stellen. Durch die Ausfälle von Michael Ballack und Miroslav Klose ist kein Akteur über 30 Jahre im Kader. Der Altersschnitt liegt bei gerade mal 23 - genau so alt ist Deutschlands derzeit populärster Sportler: Formel-1-Shooting-Star und Weltmeister Sebastian Vettel.

Autor: Tobias Oelmaier
Redaktion: Arnulf Boettcher