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Kultur

Jugend der Welt religiöser als ihr Ruf

Weltweit ist die Religion für Jugendliche laut einer Studie viel wichtiger, als aus westeuropäischer Sicht bisher angenommen. Nur die Europäer erscheinen säkularisiert. Neue Belege für eine Renaissance des Glaubens?

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Auch beim bevorstehenden Weltjugendtag in Sydney dürfte der Papst wieder von Hunderttausenden gefeiert werden

Massenhafte Begeisterung für Papst Benedikt, der wie ein Popstar bejubelt wird, oder Bücher mit religiösen Themen auf den Bestsellerlisten: nur zwei der heraus stechenden Phänome, die selbst Experten in den vergangenen Monaten überrascht hatten. Die jetzt bekanntgewordene Sonderauswertung des internationalen "Religionsmonitors" bei der Bertelsmann Stiftung - allgemein als seriös eingeschätzt - gibt Aufschluss über weltweit gemeinsame, aber genauso auch über kulturell und regional divergierende Trends. Zu der Studie, erstellt anlässlich des katholischen Weltjugendtags im australischen Sydney ab 15. Juli, wurden mehr als 20.000 Personen in 21 Staaten befragt.

Gott und Glaube global

Etwa vier von fünf Menschen (85 Prozent) zwischen 18 und 29 Jahren weltweit bezeichnen sich demnach als religiös, fast die Hälfte (44 Prozent) sogar als hochreligiös. Für 13 Prozent spielt hingegen Frömmigkeit keine Rolle.

Porträt: Dr. Martin Rieger

Projektleiter Martin Rieger: Religion und Glauben nicht zurückgedrängt

Der Leiter des Bertelsmann-Projekts "Religionsmonitor", Dr. Martin Rieger, betont, ein "Absterben der Religion" sei entgegen landläufiger Spekulationen vor allem in den wohlhabenden Industriestaaten "auszuschließen".

Der Islam erscheint allmächtig

Junge Erwachsene in islamischen oder islamisch geprägten Staaten und Entwicklungs­ländern sind besonders gläubig. In Nigeria ist es für 93 Prozent üblich, mindestens einmal täglich zu beten. Ähnliches gilt in Guatemala (88 Prozent), Indien, der Türkei oder Marokko, mit Werten über 70 Prozent.

Lesen Sie weiter: Und wohin geht der Trend in Deutschland und Europa?

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