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Sport

Judith Arndt fährt ins Regenbogentrikot

Mit einer Energieleistung hat sich Judith Arndt den WM-Titel im Einzelzeitfahren gesichert. Dank einer konzentrierten Fahrt über den nassen Parcours in Kopenhagen holte sie das erste Gold für Deutschland bei dieser WM.

Judith Arndt (Foto: AP)

Im Ziel unweit des Hafens von Kopenhagen sah man ihr Anstrengung, Regen und Kälte an. Judith Arndt wirkte noch blasser als sonst, strahlte aber dennoch über beide Wangen. Wenige Minuten zuvor hatte sie ihre Hightech-Zeitfahrmaschine über den Zielstrich gelenkt und zwar so schnell wie keine andere Radsportlerin der Welt. "Wundervoll! Ich kann gar nicht sagen wie glücklich ich bin", rief Arndt voller Freude. Sie kennt dieses Gefühl bereits: 2004 in Verona wurde sie schon einmal Weltmeisterin, damals im Straßenrennen. Und doch war es nach drei zweiten Plätzen im Einzelzeitfahren eine große Genugtuung für Arndt. 2003, 2004 und 2010 hatte sie WM-Silber in dieser Disziplin geholt und schien bereits auf diese Platzierung abonniert zu sein.

Der Kampf der Frauen gegen die Uhr führte am Dienstag (20.09.2011) quer durch die Innenstadt von Kopenhagen. Die 27,8 Kilometer lange und flache Strecke absolvierte Arndt in 37:07 Minuten und somit komfortable 21,73 Sekunden schneller als die Neuseeländerin Linda-Melanie Villumsen. Bronze ging an die Britin Emma Pooley (24,13 Sekunden zurück). Arndts Teamkollegin Ina-Yoko Teutenberg erreichte im Regen von Kopenhagen mit einem Rückstand von 56,14 Sekunden den elften Platz.

Judith Arndt rollt von der Startrampe (Foto: AP)

Judith Arndt startet zu ihrer Goldfahrt: Keine war schneller als sie auf der WM-Strecke

Die durch den Regen rutschigen Straßen der dänischen Metropole hatten auch der späteren Weltmeisterin Respekt eingeflößt. "Ich war im ersten Abschnitt vorsichtig, besonders in den Kurven. In der zweiten Runde habe ich Gas gegeben." Arndt fuhr ganz ohne Funkkontakt zu ihrem sportlichen Leiter und wollte auch keine Zwischenzeiten gesagt bekommen. "Ich habe nur auf meine Atmung und meinen Körper gehört", sagte die Silbermedaillengewinnerin der Olympischen Spiele von Athen 2004, die sich im Alter von 35 Jahren mit dem Regenbogentrikot für den WM-Sieg im Zeitfahren einen lange gehegten Traum erfüllte. "Ich danke allen, die mich unterstützt haben", sagte sie nach ihrem Triumph. Arndt holte als zweite deutsche Radsportlerin nach Hanka Kupfernagel (2007) den Weltmeistertitel im Zeitfahren. Auch am Sonntag (25.09.2011) im Straßenrennen zählt die frisch gekürte Weltmeisterin zu den Favoritinnen.

Autor: Joscha Weber
Redaktion: Martin Schrader

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