1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Politik

Juden, Amerikaner und Briten im Visier

Ob aus ideologischen Gründen oder um möglichst viel Publicity für ihr Gemetzel zu erreichen - die Terroristen wollten bei ihrem Angriff auf die indische Metropole Bombay offenbar gezielt Ausländer töten.

Quelle: AP

Ein britischer Staatsbürger nach seiner Rettung aus dem Hotel "Oberoi", Bombay, 28.11.2008

"Wer hat amerikanische oder britische Pässe?" sollen die Attentäter im Hotel "Taj Mahal" gerufen haben, berichtet ein Überlebender dem indischen Fernsehen: Die Terroristen hatten bei ihrem Angriff auf die indische Metropole Bombay offenbar vor allem Ausländer im Visier. Dafür spricht auch die Auswahl der angegriffenen Ziele, darunter ein jüdisches Gemeindezentrum und zwei Luxushotels mit überwiegend ausländischen Gästen.

Deutscher unter den ersten Todesopfern

Kurz nach Beginn der Angriffe am Mittwoch (26.11.2008) war der deutsche Medienunternehmer Ralph Burkei ums Leben gekommen. Wie andere Gäste des "Taj Mahal" hatten Burkei und seine Lebensgefährtin versucht, über die Fassade des Hotels zu entkommen. Die beiden stürzten bei dem Fluchtversuch ab, und im allgemeinen Chaos dauerte es zu lange, bis Rettungskräfte eintrafen. Burkei starb auf dem Weg ins Krankenhaus, seine Freundin überlebte verletzt.

EU-Abgeordnete im Kugelhagel

Quelle: AP

Ein Hotelgast aus dem "Taj Mahal" wird in Sicherheit gebracht, Bombay, 27.11.2008

Mehrere EU-Abgeordnete konnten sich dagegen am Mittwochabend aus dem "Taj-Mahal"-Hotel retten. Einige von ihnen seien "im Kugelhagel" durch Keller und Küche aus dem Hotel geflohen, sagte der Karlsruher EU-Abgeordnete Daniel Caspary. Die Delegation wurde zunächst ins französische Konsulat gebracht; Caspary und seine Kollegin Erika Mann sind mittlerweile nach Europa zurückgeflogen.

Sonderflugzeug aus Paris

Frankreich hat am Freitag ein Flugzeug nach Bombay geschickt, um Europäer nach den Terroranschlägen in ihre Heimat zurückzubringen. Außenminister Bernard Kouchner erklärte, an Bord seien neben drei Ärzten auch Konsularmitarbeiter. Diese sollten Menschen helfen, die in dem Chaos der Terrorwelle ihre Ausweise verloren haben. Deutschland und Spanien hätten Paris gebeten, auch ihre Staatsangehörigen nach Hause zu bringen, sagte Kouchner. Das Flugzeug habe Platz für 150 Passagiere.

Flucht aus dem "Oberoi"

Quelle: dpa

Eine befreite Geisel aus dem Hotel "Oberoi", Bombay, 28.11.2008

Bei der Befreiungsaktion im "Oberoi"-Hotel sind am Freitag mindestens fünf Deutsche in Sicherheit gebracht worden - drei Lufthanseaten und zwei Mitarbeiterinnen des Auswärtigen Amtes. Lufthansa-Sprecher Thomas Jachnow sagte, insgesamt hätten sieben Mitarbeiter der Fluggesellschaft das Hotel verlassen können. "Darüber sind wir sehr, sehr glücklich." Eine Sprecherin des Auswärtigen Amtes teilte mit, die beiden Mitarbeiterinnen des Ministeriums seien unverletzt in das deutsche Generalkonsulat gebracht worden.

Zwei Tage Angst und Schrecken

Quelle: dpa

Nach der Befreiung aus dem "Oberoi", Bombay, 28.11.2008

Auch fünf Italiener sind am Freitagmorgen aus dem Hotel "Oberoi" gerettet worden. Darunter seien die Frau und die sechs Monate alte Tochter des Hotel-Chefkochs, teilte der Krisenstab des italienischen Außenministeriums in Rom mit. Die Menschen, die in dem Hotel während der Anschlagswelle als Geiseln gehalten wurden oder sich verschanzt hatten, "haben extreme Entbehrungen erlebt und zwei Tage lang nichts gegessen", erklärte Fabrizio Romano, der Leiter des Krisenstabs.

Auswärtiges Amt warnt

Das Auswärtige Amt hat am Donnerstag seine Reisehinweise für die indische Metropole verschärft. Es rät nun "bis auf weiteres" von Reisen nach Bombay ab. Auch für andere indische Regionen wird zur Vorsicht geraten. "Mit weiteren Anschlägen auf bevorzugte Reiseziele von Touristen in Indien muss gerechnet werden", heißt es. Unterdessen trafen drei Mitarbeiter des psychologischen Dienstes des Auswärtigen Amts in Bombay ein, um Opfer der Terroranschläge zu betreuen.

Die Redaktion empfiehlt

WWW-Links