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Politik

Jubel und Flammen im Gazastreifen

Israel hat am Montagmorgen die 38-jährige Besetzung des Gazastreifens beendet. Kurz nachdem der letzte Soldat gegangen war, brannten mehrere Synagogen.

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Gegen 7 Uhr Ortszeit (6 Uhr MESZ) verschlossen israelische Soldaten das Tor am Grenzübergang Kissufim. Als letzter Soldat fuhr Brigadegeneral Aviv Kochavi in einem Jeep auf die israelische Seite. "Die Mission ist erfüllt und eine Ära geht zu Ende", sagte er während einer kurzen Zeremonie. Der Rückzug der noch 5000 verbliebenen Soldaten hatte die ganze Nacht gedauert.

Israel schließt Gaza-Abzug ab Synagoge brennt

Palästinenser feiern auf dem Dach einer in Brand gesetzten Synagoge

Präsident Mahmud Abbas sprach von einem "Tag der Freude und des Glücks", der den Palästinensern seit Jahren verwehrt gewesen sei. Er betonte jedoch, die Palästinenser hätten noch einen langen Weg zur Errichtung eines eigenen Staats vor sich. Die israelische Militärverwaltung im Gazastreifen verurteilte er als Ungerechtigkeit und Erniedrigung.

Palästinensischer Jubel

Israel schließt Gaza-Abzug ab

Israel schließt Gaza-Abzug ab

Nach dem Abzug nahmen tausende jubelnde Palästineser die 21 geräumten jüdischen Siedlungen in Besitz. Darin hatten mehr als 8000 Siedler gelebt. Israel hatte in den vergangenen Wochen fast alle Gebäude in den Siedlungen abgerissen, jedoch 19 Synagogen stehen gelassen. Das Kabinett hatte am Sonntag überraschend entschieden, die Synagogen zu erhalten, was heftige Kritik von Seiten der Palästinenser und der USA hervorrief.

Die Autonomiebehörde erklärte, sie werde die Synagogen abreißen lassen. Ein Sprecher des Innenministeriums sagte der Nachrichtenagentur AP, mit Ausnahme der Gewächshäuser würden alle noch stehenden Gebäude zerstört. Der israelische Kabinettsminister Kaim Ramon hatte zuvor die Palästinenser vor schrecklichen Folgen für die bilateralen Beziehungen gewarnt, sollten sie die jüdischen Gotteshäuser abreißen.

Rakete auf Grenzstadt

In Morag wurden nur wenige Minuten nach dem Abzug der israelischen Armee die leere Synagoge, ein Priesterseminar und andere Gebäude in Brand gesetzt. Auch in der größten Siedlung Neve Dekalim zündeten Palästinenser ein geräumtes Rabbiner-Kolleg an. Vielerorts plünderten Palästinenser, was in den Siedlungen übrig geblieben war.

Militante Palästinenser feuerten kurz nach dem israelischen Abzug eine Kleinrakete auf eine israelische Grenzstadt ab. Die Rakete des Typs "Kassam" schlug in der Umgebung von Sderot ein, richtete jedoch keinen Schaden an. Der israelische General Dan Harel verurteilte den Angriff als Verstoß gegen die Verpflichtung der palästinensischen
Polizei, in dem geräumten Gebiet für Ruhe zu sorgen. Israel werde auf jede palästinensische Attacke reagieren und die Autonomiebehörde in die Pflicht nehmen.

Westjordanland bleibt besetzt

Ganz wird die Armee den Gaza-Streifen indes nicht aus der Hand lassen: Sie behält die Kontrollen über Grenzen, Küstengewässer und Luftraum. An den meisten der etwa 120 Siedlungen im besetzten Westjordanland will Israel nach dem Willen seines Ministerpräsidenten festhalten. Einige sollen ausgebaut werden. Die Palästinenser fordern jedoch auch dort einen vollständigen Abzug. (kas)

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