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Politik

Jubel für Kibaki - Pfiffe für Moi

Mit der Vereidigung von Oppositionsführer Mwai Kibaki zum Präsidenten hat in der Republik Kenia eine neue politische Ära begonnen. Es herrschte Aufbruchstimmung bei der Amtsübergabe.

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Die Regenbogenallianz ist in der Republik Kenia an der Macht

Vor Zehntausenden jubelnden Anhängern gelobte Mwai Kibaki Ende Dezember, seinem Land gerecht und furchtlos zu dienen. Fehler der Vorgängerregierung will der 71-jährige Wahlsieger wieder gut machen.

Die Kenianer zeigen sich dafür dankbar: Schon die Amtsübergabe am Montag (30. Dezember 2002) gerät zum Fest. In Massen strömen sie in den Uhuru-Park in Nairobi. Es sind so viele wie noch nie zuvor. Über sechs Stunden warten die Menschen auf die Ankunft ihres Helden: Mwai Kibaki, den Vorsitzenden der nationalen Regenbogenallianz und ihren neuen Präsidenten. Dann kommt er. Im Rollstuhl wird er die Rampe hochgefahren. Dort sitzt er und badet im frenetischen Jubel seiner Anhänger. Kibaki wartet noch - auf das Erschienen seines Vorgängers, Daniel arap Moi.

Moi ist nicht willkommen

Aber der kommt zu spät, als ob er zum letzten Mal seine Macht auskosten wollte. Er lässt das Volk warten, und seinen neuen Präsidenten Kibaki. Aber es nützt ihm nichts. Moi ist nicht willkommen. Und das Volk lässt es ihn spüren. Die Kenianer schreien und pfeifen. 24 Jahre Moi-Herrschaft sind nun vorbei. Und übrig bleibt ein wütendes Volk.

"Wir wollen Frieden." So schallt es dem ehemaligen Präsidenten entgegen. Mit versteinerter Mine schaut Moi in die Menschenmenge. Er hält eine Abschiedsrede, die niemand mehr hören will. "Heute übergebe ich eine schwere Bürde. Ich tue das mit gemischten Gefühlen. Wir haben einen langen Weg zusammen zurückgelegt. Wir haben viel erreicht, aber es gibt noch viel zu tun", sagt er zum Schluss.

Ein schwerer Gang

Aber die Kenianer erinnern sich an keine gute Zeiten. Deshalb sind sie so wütend. Sie sagen: Moi habe doch nichts anderes erreicht, als die Kenianer zu spalten. Moi und seine politischen Handlanger haben sich an den Schätzen des Landes bedient, während das Volk in Armut lebte. Moi soll gehen, schreien die Kenianer deshalb. So laut, dass der früher so allmächtige Präsident sein eigenes Wort nicht mehr versteht.

Es war ein schwerer Gang für Daniel arap Moi. Er, der als kenianischer Nelson Mandela in die Geschichte eingehen wollte, der als Friedensstifter Afrikas respektiert werden wollte, musste sich anhören, was er tatsächlich erreicht hat. Kibaki hat es ausgesprochen, und dafür Jubel geerntet: "Liebe Kenianer, ich erbe ein Land, das durch Misswirtschaft und Unfähigkeit vollkommen zerstört wurde." Die Ära des unverantwortlichen Regierens sei nun für immer vorbei. "Ich glaube, die Regierung muss dem Volk dienen. Und nicht das Volk der Regierung", sagte der neue Präsident unter dem Jubel seiner Anhänger.

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