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Politik

Journalisten lebten auch 2010 gefährlich

Sie werden verfolgt, bedroht, angegriffen und sogar getötet. Jedes Jahr gibt "Reporter ohne Grenzen" die Zahl der Übergriffe auf Journalisten weltweit bekannt. Auch dieses Jahr war kein gutes.

Symbolbild das gefährliche Leben von Journalisten (Grafik: DW)

Ihr Job ist es, die Menschen darüber zu informieren, was los ist in der Welt, in ihrem Land, in ihrer Gegend. Doch nicht jedem ist es recht, dass sie ihren Job tun. Deshalb gibt es immer wieder Versuche, Journalisten an ihrer Arbeit zu hindern. In funktionierenden Rechtsstaaten geschieht das meist eher subtil, vielerorts sind Journalisten aber auch nackter Gewalt ausgesetzt.

Logo Reporter ohne Grenzen

In 25 Ländern der Welt, so gab die Organisation 'Reporter ohne Grenzen' (ROG) in Berlin bekannt, wurden im laufenden Jahr sogar Journalisten wegen ihres Berufs getötet. Das waren fünf Länder mehr als 2009.

Pakistan für Journalisten am gefährlichsten

Die Zahl der getöteten Journalisten gibt ROG für 2010 mit 57 an. Das sind deutlich weniger als 2009. Allerdings gab es damals ein Massaker auf den Philippinen, dem allein 32 Journalisten zum Opfer fielen. Außerdem ist bei einigen Todesfällen von Journalisten noch nicht erwiesen, dass ein Zusammenhang mit ihrem Beruf besteht, so dass sich die Zahl noch erhöhen könnte.

Das gefährlichste Land für Journalisten war 2010 Pakistan. Elf Journalisten kamen dort während ihrer Arbeit oder wegen ihres Berufs ums Leben. An zweiter Stelle liegen mit jeweils sieben Todesopfern der Irak sowie Mexiko, wo Journalisten Drogenkartellen im Weg waren.

Verschont blieb kein Kontinent von solch traurigen Vorfällen. In Europa einschließlich der früher sowjetischen GUS-Staaten wurden vier Journalisten getötet.

Entführungen nehmen zu

Nicht-tödliche Angriffe auf Journalisten sowie Bedrohungen gab es in Europa nach Erkenntnissen der ROG mit 338 Fällen sogar mehr als in Asien (281), Afrika (168) und dem Nahen Osten einschließlich Nordafrika (192). Nur in Amerika - und das heißt fast ausschließlich Lateinamerika - wurden noch mehr solche Übergriffe registriert, nämlich 395.

Deutlich zugenommen haben Entführungen von Journalisten. Ihre Zahl lag 2010 bei 51, gegenüber 33 beziehungsweise 29 in den Jahren 2009 und 2008. Zurückgegangen ist dagegen die Zahl der Journalisten, die im Zusammenhang mit ihrer Berufsausübung festgenommen wurden, und zwar von 673 (2008) über 573 (2009) auf 535 (2010).

Auch Blogger leben gefährlich

Seit einigen Jahren registriert ROG auch Übergriffe auf Blogger und andere Internetnutzer. 52 von ihnen wurden 2010 angegriffen oder bedroht; 2008 waren es 45 und letztes Jahr 61. Festgenommen wurden in diesem Jahr 152 Blogger und Internetnutzer und damit fast gleich viele wie 2009 (151), aber deutlich mehr als 2008 (59).

Im Übrigen stellt "Reporter ohne Grenzen" einen weltweiten Vormarsch der Internet-Zensur fest. Sie wurde in diesem Jahr in 62 Ländern registriert; 2009 waren es 60 Länder und 2008 erst 37 Staaten.

Autor: Peter Stützle
Redaktion: Kay-Alexander Scholz

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