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Aktuell Asien

Journalist Muhammad Bekschanow nach 18 Jahren Haft freigelassen

18 Jahre saß der Regimekritiker Muhammad Bekschanow in Usbekistan in Haft. Nun ist einer der am längsten für seine Arbeit inhaftierten Journalisten weltweit freigelassen worden - mit 62 Jahren.

Bekschanow sei auf dem Weg in die Hauptstadt Taschkent, teilte die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch unter Berufung auf Angehörige des Mannes mit. Seine in den USA lebende Tochter Aigul Bekschan schrieb auf ihrer Facebook-Seite, sie sei glücklich über die Freilassung ihres Vaters und zugleich zornig darüber, "dass er 18 Jahre seines Lebens für nichts verloren hat".

Scharfer Kritiker von Machthaber Karimow

Die Organisation Reporter ohne Grenzen begrüßte die Freilassung und bezeichnete Bekschanow als "weltweit einen der am längsten für seine Arbeit inhaftierten Journalisten". Bekschanow war in den 1990er Jahren Herausgeber der Oppositionszeitung "Erk". 1999 wurde er mit Bombenanschlägen in Taschkent in Verbindung gebracht und inhaftiert. Bekschanow beteuerte stets seine Unschuld.

Internationale Menschenrechtsgruppen hatten in der Vergangenheit immer wieder auf das Schicksal Bekschanow aufmerksam gemacht. Seine ursprüngliche Haftstrafe war 2012 um fast fünf Jahre verlängert worden. Im vergangenen Jahr war bekannt geworden, dass der scharfe Kritiker des langjährigen Machthabers Islam Karimow in Einzelhaft verlegt worden war.

Entspannung seit dem Tod Karimows

Menschenrechtler prangern seit Jahrzehnten Folter und willkürliche Verhaftungen in der ehemaligen Sowjetrepublik Usbekistan an. Reporter ohne Grenzen stuft das zentralasiatische Land auf seiner Rangliste der Pressefreiheit auf Platz 166 von 180 ein. Bis zu seinem Tod 2016 hatte Machthaber Karimow das Land mehr als 25 Jahre mit harter Hand regiert. Aktivisten hoffen auf Entspannung unter Karimows Nachfolger Schawkat Mirsijajew. Tatsächlich wurden seit dem Amtsantritt Mirsijojew bereits mehrere prominente politische Gefangene freigelassen.

ww/pg (afp, dpa, rtr)