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Katar-Krise

Jordanien kündigt Sanktionen gegen Katar an

Nach dem Bruch führender Golfstaaten mit Katar reiht sich auch Jordanien in die Liste derer ein, die Strafmaßnahmen gegen das Emirat erwägen. Saudi-Arabien rief Doha unterdessen zu einem radikalen Politikwechsel auf.

Jordanien Mohammad Al Momani in Amman (picture-alliance/AA/S. Malkawi)

Jordaniens Regierungssprecher Mohammad Al Momani, hier bei einer Pressekonferenz in Amman im Dezember

Jordanien werde seine diplomatischen Vertretungen in Katar reduzieren, nachdem man die "Ursache der Krise" zwischen Doha und verschiedenen arabischen Staaten ermittelt habe. Das meldete die staatliche Nachrichtenagentur Petra News Agency.

Zudem habe man dem einflussreichen katarischen TV-Sender Al-Dschasira die Lizenz entzogen, erklärte Regierungssprecher Mohammad Al Momani. "Regionale Sicherheit und Stabilität, gemeinsame Strategien, die die Krise in unserer arabischen Region beenden, eine sichere und aufgeklärte Zukunft für unser Völker: Das sind die Ziele, die das Königreich weiterhin mit größtem Einsatz verfolgen wird", so Momani.

Katar soll "gemachte Zusagen erfüllen"

Saudi-Arabien verschärfte derweil den Ton gegen das Emirat. Bei einem Treffen mit dem französischen Außenminister Jean-Yves Le Drian in Paris sagte sein saudiarabischer Kollege Adel al-Dschubeir, Katar müsse seine "Politik ändern". Das Land solle "aufhören, extremistische Gruppen zu unterstützen" wie etwa die radikalislamische Palästinenserorganisation Hamas und die Muslimbrüder.

Deutschland Münchner Sicherheitskonferenz 2017 (Reuters/M. Rehle)

Adel al-Dschubeir spricht im Februar auf der 53. Münchner Sicherheitskonferenz

Al-Dschubeir warf dem Wüstenstaat zudem vor, "feindliche Medien" zu unterstützen und sich in die nationalen Angelegenheiten seiner Nachbarländer einzumischen. Welche Maßnahmen er konkret von Katar erwartet, ließ der Außenminister offen.

Auf die Frage, ob Saudi-Arabien einen Machtwechsel in Doha herbeiführen wolle, antwortete al-Dschubeir: "Wir wollen, dass die Katarer ihre gemachten Zusagen erfüllen". Das Land hatte sich 2014 verpflichtet, keine Islamisten mehr zu beherbergen und den Ton Al-Dschasiras zu mäßigen. Dem Sender wird vorgeworfen, ein Sprachrohr für Islamisten zu sein.

Türkei kritisiert Sanktionen

Kritik an den Strafmaßnahmen kommt aus der Türkei. "Wir finden, dass die gegen Katar ergriffenen Sanktionen nicht gut sind", sagte der türkische Staatschef Recep Tayyip Erdogan am Dienstag in einer Rede in Ankara. Eine Isolation des Emirats werde keinerlei Probleme lösen. 

Die Türkei werde ihre Verbindungen zu Katar weiter entwickeln, "so wie bei allen Freunden, die uns in den schwierigsten Momenten unterstützt haben", fügte Erdogan hinzu - eine Anspielung auf den gescheiterten Putschversuch in seinem Land im Juli vergangenen Jahres.

Saudi-Arabien, Bahrain, Ägypten und die Vereinigten Arabischen Emirate hatten die diplomatischen Beziehungen zu Katar am Montag überraschend abgebrochen. Katarische Staatsbürger müssen die Länder innerhalb von 14 Tagen verlassen. Zudem wurde der Flugverkehr nach Katar eingestellt.

hk/kle (rtr, dpa, afp)

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