1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Kultur

Jonglieren im Namen des Herrn

Zum neuen Bischof von Passau hat Papst Franziskus den Dogmatik-Professor und Salesianerpater Stefan Oster ernannt. Der Bischofstuhl war seit fast zwei Jahren vakant.

Auf Bürgerfesten trat er, wie eine Nachrichtenagentur pflichtschuldig meldet, gerne als Jongleur auf. Die Fähigkeit, Menschen auf heitere Weise in seinen Bann zu ziehen, kommt ihm für sein neues Amt gelegen. Als neuer Oberhirte im Bistum Passau spiegelt er nun den Aufbruch in der katholischen Kirche auch personell wider. Es gilt, Boden gut zu machen.

"Die Kirche ist heute in keiner leichten Situation - gerade was das Thema der öffentlichen Wahrnehmung angeht" sagte er unlängst in Interview des Bayerischen Rundfunks. "Wir erleben eine Entkonfessionalisierung, eine Glaubenskrise und eine zunehmende Überalterung der Kirche." Ein Bischof trage "dieses ganze Paket" als Sorge auf seinen Schultern, erklärte Oster. Da schloss er noch aus, selbst so ein sorgenbeladener "Kirchenoberer" zu werden.

Spätberufener Kirchenmann

Dom Passau

Der Dom von Passau

Nun ist es passiert. Bereits am Dienstag gab die Landesregierung, wie im bayerischen Konkordat von 1924 geregelt, ihren Segen zu der Personalie. Entschieden hatte zuvor jedoch Papst Franziskus. Mit Oster berief er den ersten deutschen Bischof auf deutschem Boden seit seiner Wahl zum Pontifex.

Stefan Oster wurde 1965 in Amberg in der Oberpfalz geboren. Er arbeitete zunächst als Journalist, ehe er Philosophie, Geschichte und Religionswissenschaften, später auch Theologie studierte. 2001 wurde er als Spätberufener zum Priester geweiht. Oster lehrte bisher als Dogmatikprofessor an der Philosophisch-Theologischen Hochschule der Salesianer in Benediktbeuern.

Der neue Oberhirte ist 48 Jahre alt. Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, gratulierte dem neuen Mitglied. Der Passauer Bischofsstuhl war seit Oktober 2012 verwaist. Die Suche nach einem Nachfolger von Bischof Wilhelm Schraml dauerte ungewöhnlich lange. So amtierte Schraml dann noch bis September 2013 als Diözesanadministrator.

sd/sw (KNA/epd/dpa/br)