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Kultur

Johnny Cash ist tot

Die Country-Legende Johnny Cash ist tot. Der elffache Grammy-Gewinner, der Generationen von Musikern beeinflusste, starb im Alter von 71 Jahren den Folgen einer schweren Diabetes.

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"The Man in Black" 1969

Ohne viele Kompromisse hat Johnny Cash gelebt - und seine Fans haben ihn dafür geliebt. Ganze Generationen von Musik-Fans und Kollegen verehrten Johnny Cash schon lange als Legende – und das nicht unbedingt weil, sondern oft auch obwohl er Country-Musiker war. Der einstige US-Präsident Richard Nixon nannte ihn einmal die "wahre Stimme Amerikas, so reichhaltig und stark wie die Nation selbst".

Das Schwarz für die Unterdrückten

Natürlich sang Cash auch vor dem Präsidenten – viel lieber widmete er sich mit seiner Musik aber der dunklen Seite des amerikanischen Traums, den Nöten der Armen, Arbeiter, Verbrecher, Indianer. Legendär sind seine Gefängnis-Konzerte, bei denen er sich sogar mit den Wärtern anlegte. Zur Erinnerung an das Leiden Unterprivilegierten und Vergessenen trug er stets schwarz, wie er es in seinem Hit "The Man in Black" besang.

Johhny Cash gestorben

Johnny Cash 1986

Cash wurde 1932 in Kingsland im Südstaat Arkansas geboren und wuchs zusammen mit sechs Geschwistern in ärmlichen Verhältnissen auf. Die ersten Schritte zu seiner musikalischen Karriere machte er Anfang der 1950er Jahre als US-Soldat in Deutschland, wo er bei einer Luftwaffeneinheit im bayerischen Landsberg stationiert war. Seine erste Gitarre habe er in Deutschland gekauft, erzählte Cash gerne. Zwei seiner populärsten Songs, "Folsom Prison Blues" und "I Walk The Line", schrieb er in Deutschland. Außerdem gründete er damals eine Country-Band, die Landsberg Bavarians.

Zornig, kritisch, politisch

Zusammen mit Elvis Presley, Jerry Lee Lewis und Carl Perkins schuf Cash in den 1950er Jahren den Rockabilly, eine Synthese aus harter Countrymusic und Rhythm & Blues. Mit einem Plattenvertrag bei Sam Phillips legendären Sun Records, wo auch Elvis Presley unter Vertrag war, begann dann 1955 seine steile Karriere. Mit der Gruppe Tennessee Three veröffentlichte Cash am 21. Juni 1955 seine erste Single mit den Songs "Hey Porter" und "Cry, Cry,Cry", die in ihrer Verbindung aus Rock und Country so typisch für Cash waren. In den 1960er Jahren war er der erste politische, zornig-kritische Country-Sänger. Cash war somit neben Willie Nelson und dem 2002 gestorbenen Waylon Jennings Wegbereiter der Alternativ-Bewegung in der Country-Szene.

Die immer wiederkehrenden Drogen- und Alkoholexzesse schienen aber Cashs kreative Energie in den 1970er Jahren erlahmen zu lassen. Der schon immer tief gläubige Cash wandte sich Gott zu. In den 1990er Jahren gelang Cash nach mehrjähriger Funkstille ein sensationelles Comeback, das ihm eine völlig neue Fangemeinde brachte. Die insgesamt vier Platten, die in Zusammenarbeit mit dem Produzenten und Hip-Hop-Guru Rick Rubin seit 1994 entstanden, begründeten Cashs späten Ruhm als Pate für eine junge Country-Bewegung, die respektvoll mit uramerikanischen Traditionen umzugehen lernt. Cash coverte auf diesen Alben Stücke von Bands wie Danzig, Nine Inch Nails, U2 und Soundgarden. Thematisch ging es meist um den Tod, den der schon lange schwer kranke Cash näher kommen fühlte, aber auch immer um Hoffnung. Einen schweren Schlag bedeutete für Cash der Tod seiner innig geliebten Frau June im Mai 2003.

June Carter und Johnny Cash

Johnny und June Carter Cash

Famous, famous!

Ehrungen erhielt Johnny Cash zuhauf: 1980 wurde Cash in die Country Music Hall of Fame aufgenommen und 1992 in die Rock and Roll Hall of Fame. Bis zur Aufnahme von Elvis Presley in die Country-Music Hall of Fame 1998 war Cash der einzige, dem beide Ehrungen zuteil wurden. Im Februar 2003 hatte Cash seinen elften Grammy für seinen Song "Give My Love To Rose" erhalten. Bei den MTV Video Awards war Cash kürzlich für das Video zu seinem Song "Hurt" geehrt worden. "I hurt myself today to see that I still live", heißt darin eine Zeile. Er muss sich nicht mehr wehtun. Johnny Cash ist tot. (arn/sams)

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