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Nationalelf

Joachim Löws Mission: Mit weißer Weste zur WM 2018

In der WM-Qualifikation gegen Tschechien kehren die Weltmeister Hummels, Kroos, Müller und Özil ins Team zurück. Im Angriff wird ein Youngster ins Spiel gehen - und in Sachen Taktik zeigt Bundestrainer Löw klare Kante.

Geheimnisvoll bis kryptisch - so gibt sich Bundestrainer Joachim Löw gerne vor anstehenden Spielen der Nationalelf. Diesmal ist es anders: Schon 30 Stunden vor dem Anpfiff des WM-Qualifikationsspiels gegen Tschechien gab Löw Einblick in Marschroute und Personal gegen Tschechien. Den Auftrag für Freitagabend (Anstoß 20:45Uhr - verfolgen Sie die Partie ab 20:30 Uhr im DW-Livestream!) in der 20.000 Zuschauer fassenden Eden Arena formulierte er ebenfalls klar. "Die Zielvorgabe ist, die weiße Weste zu behalten." Löw erwartet den siebten Sieg im siebten Spiel der WM-Qualifikation.

Werner und die Weltmeister

Vor allem mit der Offensivstärke will der Coach punkten. Dabei setzt er nicht auf Routinier Mario Gomez, sondern gibt dem 21 Jahre alten Timo Werner von RB Leipzig den Vorzug. "Timo hat beim Confed Cup gut gespielt und ist auch gut in die Saison gekommen", sagte Löw. 

Angreifer Timo Werner freut sich beim Confed-Cup über seinen Treffer gegen Mexiko und klatscht seine Mitspieler Hector und Stindl ab

Profitiert von seinem Confed-Cup Auftritt: Torjäger Timo Werner (m.)

Ansonsten setzt der Trainer beim Startschuss der WM-Saison wie erwartet auf seine beim Confed Cup geschonten Fußball-Weltmeister. Mats Hummels, Toni Kroos, Thomas Müller und auch Mesut Özil werden ihre Stammplätze wieder einnehmen. Löw bezeichnete sie als "Fixpunkte". Dazu werden Dauerbrenner Joshua Kimmich, Jonas Hector und Torwart Marc-André ter Stegen in der Startformation stehen, wie Löw verriet. Lediglich drei Positionen ließ der Chefcoach offen: der zweite Innenverteidiger neben Hummels, der zweite defensive Mittelfeldmann neben Kroos sowie eine Position im offensiven Mittelfeld. Nur 40 Stunden hat der DFB für den Abstecher nach Prag vorgesehen. Hinfliegen, gewinnen und noch in der Nacht zum Samstag zurück nach Stuttgart steht im Ablaufplan. "Wir haben alle Spiele in der Quali gewonnen, das wollen wir beibehalten", sagte der Kölner Hector. Im Idealfall könnte so schon am Montag in Stuttgart gegen Norwegen vorzeitig das Ticket zur WM-Endrunde in Russland gebucht werden - sofern der Gruppenzweite Nordirland (mit derzeit 13 Punkten) in San Marino oder gegen Tschechien nicht gewinnt. 

Zurück zur Viererkette

Pressekonferenz Fußball-Nationalmannschaft Mats Hummels (picture-alliance/dpa/J. Woitas)

Konkurrenz? Kein Problem für Hummels

Löw dürfte seine neue Mischung aus etablierten Weltmeistern und den Confed-Cup-Gewinnern wieder in der altbewährten 4-2-3-1-Formation auf den Platz schicken - und nicht mit einer Dreier-Abwehrreihe wie beim erstaunlichen Turniersieg in Russland. "Ich rechne mit einer Viererkette", sagte Abwehrchef Hummels. Der Münchner begrüßt ausdrücklichdie verschärfte Konkurrenzsituationim Team. "Es sorgt dafür, dass alle bei hundert Prozent sind und liefern müssen. Das wird uns deutlich stärker machen", erklärte er.

Die drei offenen Positionen waren in den Trainingseinheiten extrem umkämpft. Als Favorit für die Position neben Hummels im Abwehrzentrum gilt Antonio Rüdiger. Für den Platz des verletzten Weltmeisters Sami Khedira (Kniereizung) im defensiven Mittelfeld neben Toni Kroos gibt es drei Optionen: Sebastian Rudy, Leon Goretzka und Emre Can. In der offensiven Mittelfeldreihe könnte Confed-Cup-Kapitän Julian Draxler das Startmandat erhalten. "Unsere Auswahl ist durch den Confed Cup größer geworden", sagte Löw, der mit Blick auf 2018 erneut betonte: "Ein Freiticket für die Weltmeisterschaft hat niemand!"

Tschechien unter Zugzwang

Gegner Tschechien unter Coach Karel Jarolim wird mit Bundesligaprofis wie Vladimir Darida (Hertha), Pavel Kaderabek (Hoffenheim) oder Theodor Gebre Selassie (Werder Bremen) auflaufen. "Wir werden die Deutschen etwas herumjagen müssen, denn auf jeder Position sind sie besser als wir", sagte der Hoffenheimer Verteidiger Kaderabek zur Marschroute der Gastgeber. Löw erwartet einen Gegner, der alle Kräfte mobilisieren wird. "Tschechien steht mit dem Rücken zur Wand", urteilte er. Mit neun Punkten liegen die Tschechen hinter Nordirland (13) auf Platz drei, das WM-Aus droht. Trainer Jarolim versprach "maximalen Einsatz" gegen den Weltmeister.

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