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Kultur

JJ1 alias Bruno ist wieder entwischt

Braunbär Bruno ist erneut in Oberbayern gesichtet worden. Ein österreichischer Autofahrer soll das Tier mit dem offiziellen Namen JJ1 mit dem Wagen erfasst haben. Danach sei der Bär über eine Böschung verschwunden.

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Am Sylvenstein-Stausee bei Bad Tölz wurde JJ1 zuletzt gesehen

Am Mittwochabend (14.6.2006) tauchte der gesuchte Braunbär JJ1 wieder in Bayern auf, wurde von einem Auto gestreift und entkam dem finnischen Suchteam in der Nacht mit einem Bad im Sylvenstein-Stausee. Der Unfall verlief nach Angaben des bayerischen Umweltministeriums glimpflich. Der Bär wurde am Kopf vom rechten Außenspiegel eines Autos gestreift, hinterließ aber weder Blutspuren noch Haare. Demnach sei er offenbar mit dem Schrecken davongekommen, sagte Ministeriumssprecher Roland Eichhorn. Nach Informationen der österreichischen Nachrichtenagentur APA berichtete der Mann aus Tirol, der Bär sei im Bereich der Staumauer vom Stausee her auf die Fahrbahn gesprungen und gegen das Auto gestoßen. Hinter dem Auto sei ein Motorradfahrer gefahren, der einem Zusammenstoß nur knapp entgangen sei. Der Bär verschwand über eine Böschung im Dunkeln. Beide Fahrer blieben unverletzt. Am Auto war nur der rechte Rückspiegel umgeklappt.

Bären sind gute Schwimmer

Zuvor war JJ1 alias Bruno mehrere Male an dem Stausee im Grenzgebiet gesichtet worden. Die erste Meldung gab es gegen 19.15 Uhr. Tatsächlich stellte das finnische Suchteam, das seit vergangenem Wochenende mit fünf Elchhunden im Einsatz ist, frische Tatzenspuren fest. Gegen 21.45 Uhr sahen junge Leute auf dem Weg zum Grillen den Bären auf der Straße zwischen dem Ort Fall und der Staumauer des Sylvensteinsees. Die fünf Elchhunde aus Finnland nahmen die Spur des Bären auf. Die Suche rund um den See blieb aber bis zum frühen Donnerstagmorgen ohne Erfolg, weil sich die Spur im See verlor.

Das Fangteam fuhr noch in der Nacht an die Unfallstelle, wie das Münchner Ministerium berichtete. Die Hunde nahmen die Spur des Bären auf. Diese zog sich direkt in den See hinein. "Vermutlich hat der Bär den See durchschwommen", sagte Eichhorn. Bären seien hervorragende Schwimmer. Und JJ1 habe mindestens zwei Mal den Inn durchschwommen, um von Südtirol ins Karwendelgebirge zu gelangen.

Hitze lässt Spuren verdampfen

Das gesamte Ufer des Sylvenstein-Stausees wurde noch in der Nacht mit den Hunden abgesucht. In der Morgendämmerung wurde auch der nördlich gelegene Kammbereich des Speichersees abgesucht. Eine neue Witterung konnten die Hunde aber zunächst nicht aufnehmen. Die trockene Hitze erschwert weiter das Verfolgen von Fährten, da sich Gerüche sehr schnell verflüchtigen, wie Eichhorn erklärte. Dann kämen auch Hundenasen in Schwierigkeiten. Das zeigte sich bereits am Dienstag: Nachdem ein Hobbyfotograf JJ1 am Montagabend auf dem Ahornboden im österreichischen Engtal fotografiert hatte, suchten die Bärenfänger 17 Stunden und mussten dann aufgeben.

Der Einsatz der finnischen Hundestaffel ist vertraglich für zwei Wochen vereinbart. Er kostet nach Angaben des Ministeriums 25.000 Euro. Die Finnen seien die besten Bärensucher der Welt, sagte Eichhorn. Sie hätten in JJ1 aber bisher einen "ebenbürtigen Gegner". Die Spezialisten seien optimistisch, ihm bald wieder auf die Spur zu kommen. JJ1 war erstmals Anfang Mai in Österreich und kurz darauf im Landkreis Garmisch-Partenkirchen aufgetaucht. Der Bär riss in der Nähe von Häusern rund 20 Schafe sowie Hühner und Kaninchen. Die Finnen sollen ihn lebend fangen, deswegen werden sie von einem österreichischen Experten für Betäubung begleitet. (kas)

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