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Europa

Jetzt wählst du!

Wie eine Studentin auszog, um das Klischee der politikverdrossenen Jugend zu brechen. Erster Schritt: Sich informieren.Eine Internet-Wahlhilfe zur Europawahl auf dem Prüfstein.

"Handeln. Mitmachen. Bewegen." – so lautet der Slogan zur Europawahl 2014. Alles klar, ich werde am 25. Mai auf jeden Fall wählen gehen…nur wen? Die Politik, vor allem auf europäischer Ebene, ist komplex und oftmals unübersichtlich - schnell fühlt man sich ziemlich verloren in einem Meer von Programmen, Gesetzen und Richtlinien. Doch ich möchte mich informieren, um im Mai zu wissen, welcher Partei ich meine Stimme gebe. Die Internet-Wahlhilfe Meine Wahl 2014, initiiert von der League of Young Voters und Vote Watch Europe, scheint mir als Einstieg ideal.

In der Rolle eines EU-Abgeordneten

Europaparlament Haushalt 2014-2020 Abstimmung

Dafür, dagegen oder Enthaltung - Abstimmen wie ein EU-Parlamentarier

"Jetzt wählst du!" heißt es verheißungsvoll auf der Startseite. "Denken die MdEPs wie du? Finde heraus, welche Partei dich am besten vertritt." Klingt, als wäre das genau das, was ich suche. Ich möchte meine Standpunkte mit denen der Parteien im Europäischen Parlament vergleichen, erfahren, welche Partei meine Interessen und Forderungen am ehesten vertritt. Erwartungsvoll klicke ich auf "Start". Los geht's! Die erste Frage betrifft mich direkt als Studentin: Sollten akademische Standards in der EU harmonisiert werden? In diesem Fall fällt mir die Entscheidung nicht schwer. Unter den Fragen entdecke ich die Infofelder "Hintergrund" und "Pro & Contra", die zu jeder Frage zusätzliche Informationen liefern und bei der Entscheidungsfindung helfen. Fürs erste möchte ich aber alleine klarkommen; ich bilde mir ein, ein fundiertes Grundwissen über die EU und ihre Tätigkeiten zu besitzen - immerhin studiere ich "European Studies" und lese regelmäßig Zeitung. Doch schon bei der dritten Frage stolpere ich: Was genau war noch mal das

Anti-Counterfeiting Trade Agreement

? Okay, es hilft nichts, her mit den Hintergrundinformationen! Der Text ist kurz und präzise, es gibt jeweils drei Pro und drei Contra-Argumente. Trotzdem muss ich mir eingestehen, die Auswirkungen nicht in vollem Maße überblicken zu können. Gut, dass man sich auch enthalten kann!

Breite Themenvielfalt in 15 Fragen

Konzentriert bahne ich mir weiter einen Weg durch die wichtigsten EU-Themen der vergangenen Jahre. Die Bandbreite reicht von der Arbeitnehmerfreizügigkeit bis zum Mutterschaftsurlaub, von der Finanztransaktionssteuer bis hin zur Atomenergie. Ich muss häufiger auf die Hintergrundinformationen zurückgreifen als mir lieb ist und hadere auch mit einzelnen Erklärungsansätzen. Mag sein, dass sich ein Thema wie die Eurobonds nicht leicht und verständlich in fünf Sätzen erklären lässt, aber ich muss mein Gehirn schon nachdrücklich zwingen, nach den ersten Worten wie "Stabilitätsanleihen" und "Schuldtitel" nicht direkt abzuschalten. Gut, Wirtschaft war noch nie mein Lieblingsthema, aber trotzdem. Ich bin sicherlich nicht die einzige, der es so geht. Wer sich ein vernünftiges Ergebnis wünscht, muss definitiv ein wenig Zeit mitbringen.

Detaillierte Ergebnisse von Schweden bis Griechenland

Screenshot http://www.myvote2014.eu/de/Startseite/Index Europawahl 2014

Der Wahl-O-Mat als Einstiegshilfe

Gespannt warte ich am Ende auf die Auswertung. In Prozentzahlen werden mir die Übereinstimmungen meines persönlichen Wahlprogramms mit einzelnen Abgeordneten, mit den nationalen Parteien und den Fraktionen im Europaparlament angezeigt. Erleichtert stelle ich fest, dass mein Ergebnis nicht sonderlich von meinen bisherigen Wahlentscheidungen abweicht - 87 Prozent verbinden mich mit meiner Partei auf Platz Eins. Fasziniert schaue ich in die Gesichter sechs Abgeordneter, die in 93 Prozent der Fälle meiner Meinung waren, mir jedoch komplett unbekannt sind: zwei kommen sogar aus Deutschland, die anderen aus Portugal, Italien, Griechenland und Spanien.

Insgesamt erfüllt die Internetseite zweifelsfrei ihren Sinn und Zweck - ich habe nicht nur ein Ergebnis, sondern kann alles sogar bis auf die Ebene der nationalen Abgeordneten ausdifferenzieren. Ein guter Einstieg ist es allemal, für eine fundierte Entscheidung jedoch nicht ausreichend. Fragt sich nur, wer sich danach wirklich noch hinsetzt und über den verschiedenen Parteiprogrammen brütet…

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