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Aktuell Deutschland

Jetzt sucht auch Gröhe nach Freiwilligen

Wochenlang hat man von Gesundheitsminister Gröhe zu Ebola so gut wie Nichts gehört. Jetzt macht er es einfach Verteidigungsministerin von der Leyen nach. Auf deren Appell haben sich schon 4500 Freiwillige gemeldet.

Die Bundesregierung habe die Lage in Westafrika als "zu positiv" eingeschätzt, räumte Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe ein. Nun habe sich die Lage aber drastisch verschlechtert. Gemeinsam mit dem Deutschen Roten Kreuz (DRK) und der Bundesärztekammer appellierte der CDU-Minister deshalb an zivile Unterstützer, sich im Kampf gegen Ebola zu engagieren: "Wir brauchen dringend jetzt freiwillige Helfer für den Aufbau und Betrieb von Krankenstationen."

Schnelles Handeln

Das DRK will eine bestehende Behandlungsstation in Sierra Leone ausbauen und ein neues mobiles Krankenhaus in Liberia errichten. Zusammen sollen sie eine Kapazität von 300 Betten haben, kündigte DRK-Präsident Rudolf Seiters an. 180 medizinische Fachkräfte seien für den Betrieb beider Stationen nötig. Neben Ärzten und Pflegern würden auch Hebammen, Physiotherapeuten, Labortechniker und Röntgenfachkräften gesucht. Diese sollen in einem vier- bis sechswöchigen Turnus rotieren.

In Schulungen des DRK müssten sich die Freiwilligen auf ihren Einsatz vorbereiten, erklärte Gröhe. Angemessener Versicherungsschutz und die Rückkehr an den gewohnten Arbeitsplatz werde gewährleistet. Infizierte würden zudem schnellstmöglich zurück nach Deutschland gebracht. Gröhe rechnet damit, dass in drei bis vier Wochen die ersten Hilfskräfte in die betroffenen Regionen gesendet werden können. Das Gesundheitsministerium trage die anfallenden Kosten, die sich auf etwa 20 Millionen Euro beliefen.

Training und Impfstoff

Das Robert Koch-Institut entwickelt zudem ein Trainingsprogramm, mit dem medizinisches Personal in Westafrika geschult werden soll. Unterstützt würde das Vorhaben vom Bundesministerium für Gesundheit. Das erste Team sei voraussichtlich im Oktober bereit, um nach Westafrika zu gehen. Gröhe verkündete auch Fortschritte in Sachen Impfstoff. Deutsche Wissenschaftler forschten derzeit an einem Mittel gegen Ebola; mit ersten Ergebnissen rechne der Minister im Januar.

Immer mehr Freiwillige

Anfang der Woche hatte Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen einen ähnlichen

Appell

gestartet. Sie forderte Bundeswehrpersonal auf, sich für einen Einsatz in der Krisenregion zu melden. Immerhin sind bereits 4500 freiwillige Ärzte, Pfleger, Logistiker und Techniker diesem Aufruf gefolgt.

Auch Hilfsgüter der

Bundeswehr

gehören zum deutschen Maßnahmenpaket. Die ersten drei Frachtmaschine sind mit zehn Tonnen Material auf dem Weg nach Dakar. Dies teilte ein Sprecher der Luftwaffe mit. In der senegalesischen Hauptstadt will die Bundeswehr einen Lufttransportstützpunkt einrichten. Über eine Luftbrücke soll das Material von dort aus nach Monrovia in Liberia gebracht werden. Das könne allerdings noch bis Anfang nächster Woche dauern. Die erste Ladung enthält unter anderem Desinfektionsmittel, Mundschutze, Handschuhe und Stiefel.

nin/sc (dpa, afp, rtrs, kna, epd)

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