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Jetzt muss es auch mal gut sein

Bundespräsident Christian Wulff hat erstmals persönlich zu den gegen ihn erhobenen Vorwürfen Stellung bezogen und Fehler eingestanden. Wenn nun nichts nachkommt, sollte man das Thema beenden, meint Peter Stützle.

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Heiliggesprochen wird man, in der katholischen Kirche jedenfalls, nach dem Tod. Insofern ist es schwierig, für das Amt des Bundespräsidenten und andere politische Ämter Heilige zu finden. Bei fast jedem Menschen gibt es wohl etwas, von dem er nicht so gerne will, dass andere es wissen. So ist es auch bei politischen Amtsträgern.

Deutsche Welle Peter Stützle

Peter Stützle, DW-Hauptstadtkorrespondent

Vertrauenswürdig sollte ein Staatsoberhaupt gleichwohl sein. Nun ist aber etwas von Bundespräsident Christian Wulff herausgekommen, das dieses Vertrauen doch sehr beeinträchtigt hat. Denn in seiner Zeit als niedersächsischer Ministerpräsident hatte er sein Landesparlament getäuscht. Die Opposition hatte ihn nach geschäftlichen Beziehungen zu einem bestimmten Unternehmer oder seinen Firmen gefragt, und er hatte sie verneint. Nicht erwähnt hat Wulff, dass er von der Frau dieses Unternehmers einen privaten Kredit erhalten hat.

Juristisch war das korrekt, aber, so räumte Wulff jetzt in seiner Erklärung ein, "nicht alles, was juristisch rechtens ist, ist auch richtig". Gleichzeitig stellte er aber fest, er habe "zu keinem Zeitpunkt jemandem einen unberechtigten Vorteil gewährt". Daran sollte man Wulff nun messen. Sofern nicht bekannt wird, dass er sich doch von reichen Freunden hat korrumpieren lassen, sollte man ihn ab sofort wieder an seiner Amtsführung als Bundespräsident messen. Und nicht an früherem Verhalten, das nicht vorbildlich war, aber eben menschlich.

Autor: Peter Stützle

Redaktion: Kay-Alexander Scholz