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Aktuell Welt

Jetzt mehr als 500 Tote im Gaza-Krieg

Israels Streitkräfte rücken immer weiter in den Gazastreifen vor. Ihre Bodenoffensive gegen militante Palästinenser entwickelt sich zu einem verlustreichen Häuserkampf.

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Die Lage in Gaza - ein Arzt berichtet

Am Montag, dem 14. Tag seit Beginn des militärischen Konflikts, wurden nach palästinensischen Angaben im Gaza-Streifen 55 Palästinenser getötet, unter ihnen zahlreiche Kinder. Die Gesamtzahl der getöteten Palästinenser stieg damit auf mehr 570. Mehr als 3300 Menschen erlitten Verletzungen. Bis zu 200.000 Bewohner sind nach palästinensischen Angaben in dem abgeriegelten Küstenstreifen auf der Flucht. Im Gazastreifen leben rund 1,8 Millionen Menschen.

In einer Klinik wurden durch israelischen Artilleriebeschuss fünf Menschen getötet und etwa 50 verletzt, wie palästinensische Rettungsbehörden mitteilten. Bei einem israelischen Luftangriff auf ein Haus im Zentrum der Stadt Gaza wurden nach palästinensischen Angaben acht Menschen getötet. Die Hälfte davon seien Kinder gewesen, hieß es. Bei einem weiteren Luftangriff in Rafah wurden neun Mitglieder einer Familie getötet, unter ihnen vier Minderjährige. Eine unabhängige Überprüfung dieser Angaben ist nicht möglich.

Hamas-Angriff aus Tunnel

Nach einer Mitteilung der israelischen Armee wurden bei Gefechten mit Kämpfern der radikal-islamischen Hamas weitere sieben Soldaten getötet. Allein vier von ihnen starben bei Kämpfen mit Hamas-Extremisten, die durch zwei Tunnel vom Gazastreifen aus nach Israel eingedrungen waren. Zehn Palästinenser wurden dabei getötet. Seit Beginn des Krieges am 8. Juli wurden damit 25 israelische Soldaten getötet, davon allein 13 am Sonntag. Außerdem kamen zwei israelische Zivilisten ums Leben. Die Zahl der Toten auf israelischer Seite ist jetzt schon höher als bei der Militäraktion "Gegossenes Blei" im Gazastreifen um die Jahreswende 2008/2009.

Ein Ziel der seit Donnerstag laufenden Boden-Offensive der israelischen Armee ist es, die weitläufigen Tunnelsysteme der Hamas im Gazastreifen zu zerstören. Die Tunnel führen auch auf israelisches Gebiet und werden von militanten Palästinensern für Anschläge und Entführungsversuche genutzt. Die Tunnel dienen laut Israels Streitkräften auch als "Werkstatt für den Bau von Raketen, als Abschussrampen und Kommandoposten". Sie seien mit Telefonen und Stromkabeln ausgestattet.

Weitere Raketen abgefeuert

Die Raketenangriffe gingen auch am Montag weiter. In Tel Aviv heulten erstmals seit drei Tagen wieder die Sirenen. Nach Angaben der israelischen Armee wurden zwei Raketen über Tel Aviv und drei Raketen über Aschot vom Abwehrsystem abgefangen. Die Hamas teilte mit, sie habe vier Raketen des Typs M-75 auf Tel Aviv abgefeuert.

wl/qu (dpa, afp, rtr)

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