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Aktuell Europa

Jetzt immer zwei im Cockpit

Als erste Konsequenz aus dem Absturz der Germanwings-Maschine in den französischen Alpen führen die deutschen Fluggesellschaften die Zwei-Personen-Regel im Cockpit ein.

Danach müssten immer zwei autorisierte Crewmitglieder im Cockpit eines Flugzeuges sein, teilte der Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) in Berlin mit. Die neue Zwei-Personen-Regel gelte erst einmal vorläufig. Dies sei nach Abstimmungen mit dem Verkehrsministerium und dem Luftfahrt-Bundesamt beschlossen worden, so der BDL weiter. Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt begrüßte die Verschärfung. "Das Vier-Augen-Prinzip im Cockpit ist eine richtige Überlegung", sagte der CSU-Politiker.

Der Copilot des abgestürzten Airbus hatte nach Erkenntnissen der Ermittler den Piloten aus dem Cockpit ausgesperrt und die Maschine mit 150 Menschen an Bord mit voller Absicht zum Absturz gebracht. Der Flugkapitän hatte die Kabine kurz verlassen, um auf die Toilette zu gehen.

EASA empfieht 4-Augen-Prinzip

Zahlreiche andere Fluggesellschaften wie das skandinavische Unternehmen SAS, Air Baltic, Norwegian und Air Canada führen ebenfalls das Vier-Augen-Prinzip im Cockpit ein. In Großbritannien ändern die meisten Airlines ihre Regeln nach einer Empfehlung der Flugsicherheitsbehörde. British Airways äußerte sich bislang nicht.

Bei der großen europäischen Fluglinie Air France hieß es, man verfolge aufmerksam Entwicklung und Ergebnisse der juristischen und technischen Untersuchungen. Die Europäische Agentur für Flugsicherheit (EASA) hat den Fluggesellschaften inzwischen offiziell empfohlen, dass immer mindestens zwei Crew-Mitglieder im Cockpit sein sollen.

Die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) begrüßt die schnelle Reaktion der Fluggesellschaften. Das Vier-Augen-Prinzip biete eine erste Möglichkeit, auf die Gefahren zu reagieren. "Wir dürfen jetzt aber keinen Generalverdacht gegenüber allen Besatzungsmitgliedern aufkommen lassen", warnte VC-Präsident Ilja Schulz.

wl/jj (dpa, afp, rtr)