Jerome Boateng schreibt WM noch nicht ab | Fußball | DW | 26.04.2018
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Fußball

Jerome Boateng schreibt WM noch nicht ab

Jerome Boateng hat es wieder erwischt: Der Weltmeister fehlt dem FC Bayern im Bundesliga-Saison-Endspurt, möglicherweise steht sogar die WM auf dem Spiel. Boateng selbst gibt sich in einem emotionalen Tweet kämpferisch.

Als Jerome Boateng am Mittwoch in der 34. Minute des Champions-League-Spiels Bayern München gegen Real Madrid nur mit Unterstützung von Betreuern vom Feld humpeln konnte, wurde bereits allgemein befürchtet: Da scheint etwas Schlimmeres passiert zu sein. Am Tag danach kam dann die Gewissheit: 

Eine "strukturelle Verletzung der Adduktoren-Muskulatur im linken Oberschenkel" zwingt Boateng auf der Zielgeraden der Saison in die Zuschauerrolle. Schlimmstenfalls verpasst er wegen der Verletzung sogar die WM in Russland. Das Turnier beginnt am 14. Juni.

Je nach Ausmaß der strukturellen Verletzung ist eine längere Pause als die spekulierten vier bis sechs Wochen möglich. Ausgerechnet Boateng! Der Abwehrhüne war gerade wieder topfit geworden und präsentierte sich in der halben Stunde bis zu seiner Auswechslung bravourös gegen Weltfußballer Cristiano Ronaldo.

"Jerome hat fast wieder die absolute Topform wie 2013. Er ist mittlerweile ein Leader in der Mannschaft", hatte Heynckes vor der Partie gesagt und gemeint: "Nur mit solchen Spielern können wir etwas gewinnen."

Und ohne Boateng? Der hatte am Tag vor seinem Unfall noch optimistisch geklungen: "Ich habe hart dafür gearbeitet, dass ich wieder da stehe, wo ich stehe. Ich fühle mich sehr gut. Ich bin fast wieder in Top-Verfassung." Das will etwas heißen, denn die Krankenakte des Verteidigers ist lang.

2016 erlitt er Muskelbündelrisse in den Adduktoren sowie im Oberschenkel und musste sich am Brustmuskel operieren lassen. Vor einem Jahr folgte die nächste schwere Muskelverletzung im Oberschenkel - jetzt eine weitere. Nun ist womöglich die WM für ihn in Gefahr.

Weil auch Torwart Manuel Neuer nach einer langen Reha wegen eines Mittelfußbruchs noch im Aufbautraining ist, drohen in Russland zwei zentrale Defensivstützen der Weltmeister-Elf von 2014 auszufallen. Löw benennt am 15. Mai sein erweitertes Aufgebot. Im Trainingslager in Südtirol muss er am 4. Juni den endgültigen 23-Mann-Kader benennen.

Dass just in der Nacht zum Donnerstag ein Interview erschien, in dem Boateng über einen möglichen Weggang aus München sinnierte, entbehrte nicht einer gewissen Ironie.

"Was sind meine noch nicht erreichten Ziele? Möchte ich mich immer wieder beim gleichen Klub mit den gleichen Voraussetzungen beweisen? Das hat wenig mit dem Wohlbefinden an einem Ort zu tun. Es geht vielmehr um die Frage der persönlichen Herausforderung", sagte der 29-Jährige dem Magazin "Socrates".

Diese Herausforderung spielt seit Mittwoch kurzfristig keine Rolle. Boateng hat wie Heynckes und Löw aktuell ganz andere Sorgen.

jhr/asz (sid, dpa)

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