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Welt

Jemens Staatschef Saleh zurück in der Heimat

Seit Juni war der Langzeit-Herrscher zur medizinischen Behandlung im Nachbarland Saudi-Arabien. Doch der Jemen selbst dürfte so lange nicht genesen, so lange sich Saleh an die Macht klammert.

Der von seinen Verletzungen gezeichnete jemenitische Staatschef Saleh auf einem Foto Mitte Juli (Foto: dpa)

Von seinen Verletzungen gezeichnet: Jemens Staatschef Saleh Mitte Juli

Nach dreieinhalbmonatiger Abwesenheit ist Jemens umstrittener Präsident Ali Abdullah Saleh in sein Heimatland zurückgekehrt. Er traf laut einem Bericht der staatlichen Nachrichtenagentur Saba am Freitag (23.09.20119) in der Hauptstadt Sanaa ein. Bewohner berichteten, Soldaten der loyal zu Saleh stehenden Einheiten hätten eineinhalb Stunden lang Freudenschüsse abgegeben, nachdem sich die Nachricht von seiner Ankunft herumgesprochen hatte. Dagegen meldete des Sender Al-Arabija, Salehs Truppen hätten Ziele im Stadtviertel Al-Hasaba unter Beschuss genommen.

Der Staatschef war am 3. Juni bei einem Angriff auf seinen Palast in Sanaa schwer verletzt worden, einen Tag später wurde er zur medizinischen Behandlung unter anderem von Verbrennungen in ein Militärkrankenhaus in der saudiarabischen Hauptstadt Riad eingeliefert. Das Krankenhaus verließ der 69-Jährige bereits Anfang August, seitdem hielt er sich offiziellen Angaben zufolge zur weiteren Genesung in Saudi-Arabien auf.

Mehr als 15 Tote an zwei Tagen

Oppositionelle Demonstranten bringen einen Verletzten in eine Klinik in Sanaa (Foto: dapd)

Oppositionelle Demonstranten bringen einen Verletzten in eine Klinik in Sanaa

Seit Februar kommt es im Jemen regelmäßig zu heftigen Protesten gegen das Regime des seit mehr als 30 Jahren regierenden Machthabers. An einigen Kundgebungen nahmen weit über hunderttausend Anhänger der Opposition an den Protesten teil. Bei Zusammenstößen zwischen Demonstranten und Sicherheitskräften wurden insgesamt viele Hundert Menschen getötet. Einen Rücktritt lehnt Saleh bislang ab.

Auch in der Nacht hatte es in Sanaa wieder blutige Unruhen gegeben. Granaten schlugen auf einem Platz in der Innenstadt ein, auf dem seit Monaten Regierungsgegner campieren. Ein Mensch wurde nach Klinikangaben getötet. Am Donnerstag waren 15 Menschen bei verschiedenen Zusammenstößen zwischen Anhängern und bewaffneten Gegnern Salehs getötet worden.

Für diesen Freitag hat die Protestbewegung zu weiteren Kundgebungen gegen Saleh aufgerufen. "Seine Rückkehr bedeutet weitere Spaltung, weitere Eskalation und Konfrontationen", sagte Abdel Hadi al Asisi, ein Führer der Protestbewegung.

Autor: Stephan Stickelmann (afp, dpa, dapd, rtr)
Redaktion: Susanne Eickenfonder

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