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Aktuelles

Jemens Ex-Präsident Salih soll Milliarden beiseitegeschafft haben

Der Ex-Präsident des Jemen, Ali Abdullah Salih, ist ein reicher Mann. Er soll über Jahrzehnte ein gigantisches Vermögen beiseite geschafft haben. Die Vereinten Nationen sind schockiert - aber nicht schuldlos.

Vor drei Jahren wurde der frühere jemenitische Präsident Ali Abdullah Salih (das Artikelbild zeigt eine Aufnahme von 2011) aus dem Amt gedrängt - nach 33-jähriger Herrschaft. Während dieser Zeit soll er ein Privatvermögen von bis zu 60 Milliarden US-Dollar (ca. 50 Milliarden Euro) angehäuft haben. Das geht aus einem Bericht hervor, den UN-Experten am Mittwoch veröffentlichten.

Den enormen Reichtum habe der heute 72-Jährige zum Großteil durch Korruption erlangt, heißt es in dem Bericht, der dem UN-Sicherheitsrat übergeben wurde. Als Herrscher des rohstoffreichen Jemen habe Salih für Öl- und Gasverträge von den Konzernen Schmiergelder kassiert.

Träge Überwachungsorgane

Das gigantische Vermögen wurde dem Bericht zufolge vom Ex-Präsidenten und seiner Familie unter falschem Namen in mehr als 20 Ländern in Immobilien, Aktien, Gold und andere Wertanlagen investiert. Bei einem Treffen im vergangenen August habe Salih jedoch alle entsprechenden Vorwürfe abgestritten, heißt es in dem Bericht weiter.

Nach Ansicht der Fachleute trifft den Sicherheitsrat der Vereinten Nationen eine Mitschuld daran, dass es mittlerweile schwierig sein dürfte, den illegal erworbenen Reichtum des Ex-Herrschers aufzuspüren. Nach der Entmachtung Salihs im Jahr 2012 dauerte es zwei Jahre, ehe der UN-Sicherheitsrat Sanktionen gegen ihn verhängte wie die Sperrung von Auslandskonten. "Er hatte reichlich Zeit, die Maßnahmen zu umgehen", heißt es in dem Bericht. Die Experten, die im Auftrag der UN die Sanktionen gegen Salih überwachen, untersuchen jetzt seine Kontakte zu Geschäftsleuten, die ihm dabei geholfen haben sollen, sein Vermögen ins Ausland zu verschieben.

Immer noch Strippenzieher

Salih war vor drei Jahren von der internationalen Gemeinschaft fallen gelassen worden, weil er den politischen Übergang in dem arabischen Land blockiert und die schiitischen Huthi-Rebellen unterstützt haben soll. Deren Miliz übernahm inzwischen die Macht im Jemen und verschärfte die Lage in dem krisengeschüttelten Land.

Viele Beobachter gehen davon aus, dass Ex-Präsident Salih hinter den Kulissen immer noch eine der Schlüsselfiguren im Jemen ist und bei der Erstürmung der Hauptstadt Sanaa im vergangenen Jahr durch die Huthi-Rebellen die Fäden in der Hand gehalten hat.

Der Jemen gilt als ärmster Staat der arabischen Welt. Für das Jahr 2013 berechnete die Weltbank ein Bruttoinlandsprodukt von 36 Milliarden US-Dollar.

mak/chr (ap, afp)