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Aktuell Nahost

Jemens Ex-Präsident ruft Huthi-Rebellen zum Rückzug auf

Während im Jemen heftige Kämpfe toben, ruft ausgerechnet Ex-Präsident Saleh die Bürgerkriegsparteien zur Versöhnung auf. Dabei gilt der frühere Präsident als einer der Anstifter des Huthi-Vormarschs.

Der frühere Machthaber Ali Abdullah Saleh hat die Huthi-Rebellen zum Abzug aus den von ihnen besetzten Gebieten aufgefordert. Die schiitischen Milizen sollten der Resolution des UN-Sicherheitsrates Folge leisten und sich aus allen eroberten Regionen einschließlich der Hauptstadt Sanaa zurückziehen, ließ Saleh in einem von ihm kontrollierten jemenitischen Fernsehsender erklären. In allen Provinzen müssten die Kämpfe eingestellt werden, sagte Saleh demnach. Seine Anhänger kämpfen gemeinsam mit der schiitischen Huthi-Miliz gegen Unterstützer von Präsident Abd-Rabbu Mansur Hadi. Zugleich rief er seine Landsleute zur Rückkehr zum Dialog auf, um den Krieg in dem arabischen Land zu beenden. Im nationalen Interesse sei er zur Versöhnung mit seinen Gegnern bereit.

Vorbereitung zum politischen Comeback?

Was Saleh mit seinem Vorstoß erreichen will, ist unklar, galt er doch bislang als einer der treibenden Kräfte in dem Konflikt zwischen den Huthi-Rebellen und Präsident Hadi, seinem direkten Nachfolger im Amt und früheren Stellvertreter. Saleh war im Jemen 33 Jahre an der Macht.

Die am 15. April im UN-Sicherheitsrat verabschiedete Resolution sieht vor, dass die Huthi-Rebellen die von ihnen eingenommenen Gebiete und Regierungseinrichtungen räumen müssen. Außerdem enthält die Resolution ein Waffenembargo gegen die Rebellen. Der Sicherheitsrat bekräftigt in der Resolution seine Unterstützung für den nach Saudi-Arabien geflüchteten Hadi. Zugleich werden die Konfliktparteien aufgerufen, ihre Streitigkeiten unter UN-Vermittlung auf dem Verhandlungsweg beizulegen.

Saleh forderte in der in seinem Namen im Fernsehen verlesenen Erklärung außerdem die von Saudi-Arabien geführte sunnitisch-arabische Militärkoalition auf, ihre Luftangriffe gegen die Huthi-Rebellen einzustellen. Offiziell wurden die Luftschläge bereits vor Tagen beendet. Ungeachtet dessen halten die Angriffe aber an.

Huthi-Kämpfer und mit ihnen verbündete Armee-Einheiten liefern sich seit Wochen heftige Kämpfe mit den Truppen und Milizen von Präsident Hadi. Dieser war im Februar aus der Hauptstadt Sanaa in die südliche Hafenstadt Aden geflohen. Als die Huthis Mitte März auf Aden vorrückten, setzte sich Hadi nach Saudi-Arabien ab und bat das Königreich um militärische Hilfe.

Nach UN-Angaben starben allein zwischen dem 26. März und 22. April mehr als 550 Zivilisten bei den Kämpfen, fast 1200 Menschen wurden in dem Zeitraum verletzt.

qu/fab (afp, rtre, APE, dpae)