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Aktuell Welt

Jemens Ex-Präsident Hadi entkommt dem Hausarrest

Jemens zurückgetretener Präsident Abed Rabbo Mansur Hadi steht nicht länger unter Hausarrest. Wie es scheint, haben Anhänger des entmachteten Staatschefs ihm bei der Flucht geholfen.

Hadi habe sein Haus in der von den Rebellen belagerten Hauptstadt Sanaa verlassen und sei in die südliche Hafenstadt Aden gereist, hieß es aus seinem Umfeld. Aden ist Hadis Heimatstadt und eine Hochburg seiner Anhänger. Sie erkennen die Herrschaft der schiitischen Huthis, die im Nordjemen faktisch die Macht übernommen haben, nicht an.

Infografik Politische Karte Jemen

Einige Nachrichtenagenturen melden, dass Hadi verkleidet den Wachleuten entkommen sei. Später meldete sich der Ex-Präsident mit einer Erklärung zu Wort, in der er das Vorgehen der Huthi-Miliz seit dem 21. September als illegitim bezeichnet.

Wochenlanger Hausarrest

Die schiitischen Huthi-Rebellen hatten in den vergangenen Monaten nach und nach große Teile des Jemens und schließlich auch die Hauptstadt Sanaa weitgehend unter ihre Kontrolle gebracht. Im Januar reichte Hadi dann seinen Rücktritt ein. Zuletzt lösten die Rebellen die Regierung und das Parlament auf und stellten Hadi und auch andere Politiker unter Hausarrest. Mehrere Länder, darunter Deutschland und die USA, zogen ihre Botschafter aus Sanaa ab. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon warnte vor einem Zerfall des Landes.

Allerdings konnten sich die rivalisierenden Gruppen am Freitag auf die Bildung eines Übergangsrats einigen, um die politische Krise im Land zu beenden. Auch das aufgelöste Parlament soll seine Arbeit wieder aufnehmen und zusammen mit dem Übergangsrat die Gesetzgebung übernehmen.

Chaos im Jemen

Der Jemen wird seit dem Sturz des langjährigen Machthabers Ali Abdullah Saleh im Jahr 2012 von Gewalt und schweren politischen Unruhen erschüttert. Im ehemals unabhängigen Süden des Landes kämpfen sunnitische Stämme zusammen mit der Terrororganisation Al-Kaida gegen die schiitischen Huthis.

Diese gehören zur Minderheit der Zaiditen und haben ihre eigentliche Machtbasis im nördlichen Bergland. Sie fühlen sich seit langem von der Mehrheit der Sunniten an den Rand gedrängt. Kritiker werfen den Huthis vor, sie würden vom ebenfalls schiitischen Iran gesteuert und unterstützt.

chr / as (afp, dpa)

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