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Politik

Jemenitische Armee tötet Aufständische

Bei Kämpfen zwischen der jemenitischen Armee und schiitischen Rebellen im Norden des Landes sind mindestens 20 Aufständische ums Leben gekommen. Kurz zuvor hatten die Rebellen ein Friedensangebot vorgelegt.

Jemenitische Soldaten kämpfen gegen schiitische Rebellen (Foto: dpa)

Jemenitische Soldaten kämpfen gegen schiitische Rebellen (Archivbild)

Nach Angaben des jemenitischen Militärs fanden die Kämpfe in der Nacht zu Sonntag (31.01.2010) an drei Fronten rund um die Stadt Saada statt.

Der Angriff der Armee hatte die Rebellen überrascht. Wenige Stunden vor den Kämpfen hatte Rebellenchef Abdel Malek el Huthi noch seine Bereitschaft erklärt, die Bedingungen der Regierung für ein Ende der Gewalt zu akzeptieren. Ein Frieden könne geschlossen werden, sobald die Armee ihre "Aggression" einstelle, sagte Huthi in einer im Internet verbreiteten Audiobotschaft. Die jemenitische Regierung reagierte bislang nicht auf das Friedensangebot, kündigte aber an, es prüfen zu wollen.

Zu den von der Regierung gestellten Bedingungen zählt unter anderem, dass die Rebellen die Kampfhandlungen einstellen, sich aus allen militärischen Stellungen zurückziehen, die gefangenen jemenitischen Soldaten freilassen und das erbeutete Kriegsmaterial an das Militär zurückgeben. Bei den Aufständischen stießen die Forderungen bislang auf taube Ohren.

Großoffensive gegen Rebellen

Saudi-arabische Kampfjets (Foto: AP)

Saudi-arabische Kampfjets

Das jemenitische Militär hatte im vergangenen August eine Großoffensive gegen Stellungen der Aufständischen im Norden des Landes gestartet. In die Kämpfe war zeitweise sogar das Nachbarland Saudi-Arabien verwickelt worden. Saudische Kampfjets bombardierten dabei mit Billigung der Regierung in Sanaa mehrfach Ortschaften im Houthi-Gebiet. Gegenmaßnahmen ließen nicht lange auf sich warten: Rebellen griffen kurz darauf saudische Grenzposten an.

In dem seit 2004 schwelenden Krieg zwischen der jemenitischen Regierung und den Rebellen kamen Tausende Menschen ums Leben, darunter zuletzt auch 113 Saudis.

El-Kaida-Rückzugsort Jemen

Mutmaßliche jemenitische Mitglieder des Terror-Netzwerkes El Kaida sitzen in einem Gericht in Sanaa hinter Gittern (Foto: dpa)

Mutmaßliche jemenitische Mitglieder des Terror-Netzwerkes El Kaida sitzen in einem Gericht in Sanaa hinter Gittern

Der Konflikt mit den schiitischen Guerillas ist aber nicht der einzige Faktor, der die Existenz des Jemens gefährdet. Im weiten Hinterland des bitterarmen Landes hat sich über die letzten Jahre ein aktiver Ableger des Terrornetzes El Kaida eingenistet.

Seit bekannt ist, dass der Nigerianer, der ein Passagierflugzeug beim Anflug auf Detroit sprengen wollte, im Jemen von der El Kaida ausgebildet worden sein soll, ist das Land in den Mittelpunkt der Terrorängste gerückt. Vor allem die USA drängen die Regierung in der Hauptstadt Sanaa zum Handeln gegen mutmaßliche Terroristen.

Tausende Menschen auf der Flucht

Flüchtlingslager im Jemen (Foto: AP)

Flüchtlingslager im Jemen

Und noch ein weiteres Problem beschäftigt die Regierung in Sanaa: Die humanitäre Krise im Jemen verschärft sich. Im Norden des Landes leben nach Angaben der Vereinten Nationen mehr als 250.000 Vertriebene. Die Hälfte davon wurde seit dem Wiederaufflammen der Kämpfe im August vertrieben. Einer der Gründe für den Exodus ist nach UN-Angaben eine drohende Hungersnot, da der Vorrat an Nahrungsmitteln erschöpft sei.

Aus Angst vor neuen Terroranschlägen will die internationale Gemeinschaft dem Jemen zur Seite stehen. Dazu versprach sie dem ärmsten arabischen Land am Mittwoch auf einer Kurzkonferenz in London auch mehr Hilfe im Kampf gegen das Terrornetzwerk El Kaida. Im Gegenzug verpflichtete sich die jemenitische Regierung zu mehr sozialen und wirtschaftlichen Reformen in dem Land.

Autor: Hajo Felten (rtr,afp,ap,dpa)
Redaktion: Michael Wehling

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