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Welt

Jeder achte Mensch hungert

Noch immer hungert jeder achte Mensch auf der Welt. Die meisten Hungernden leben in Südasien und in Afrika südlich der Sahara. In den vergangenen Jahren gab es aber auch Fortschritte in einigen Ländern.

Im Vorfeld des Welternährungstags am Dienstag (16.10.2012) stellten die Welthungerhilfe und das Washingtoner Food Policy Research Institute (IFPRI) den Welthunger-Index 2012 vor. Der Index, der zum siebten Mal erhoben wurde, gilt als wichtige Messgröße zur Erfassung von Hunger und gibt Aufschluss über die Erfolge und Misserfolge in 120 Entwicklungs- und Transformationsländern. Drei Faktoren spielen bei der Bewertung eine Rolle: der Anteil der Unterernährten an der Bevölkerung, der Anteil untergewichtiger Kinder unter fünf Jahren sowie die Sterblichkeitsrate der Unter-Fünfjährigen.

Situation weiterhin ernst

Die Praesidentin der Welthungerhilfe: Bärbel Dieckmann (Foto: dapd)

Die Präsidentin der Welthungerhilfe: Bärbel Dieckmann

Obwohl der Anteil der weltweit hungernden Menschen weiter abnimmt, bleibt die Situation ernst. "870 Millionen Hungernde sind eine unglaublich hohe Zahl, aber es ist ein Fortschritt gegenüber den Zahlen der vergangenen Jahre", erklärte bei der Vorstellung des Berichts die Präsidentin der Welthungerhilfe Bärbel Dieckmann.

Zwischen 1990 und 2012 konnten 15 Länder ihren Welthunger-Index um 50 Prozent oder mehr reduzieren, ergänzte Klaus von Grebmer vom Food Policy Research Institute (IFPRI). Dazu gehören Angola, Bangladesch, Äthiopien, Malawi, Nikaragua, Niger und Vietnam.

Extrem alarmierend" ist laut Grebmer dagegen die Situation in Burundi und Eritrea sowie in Haiti. In diesen Ländern sei mehr als die Hälfte der Menschen unterernährt. In weiteren 17 Ländern - vor allem in Südasien und Afrika südlich der Sahara – sei die Hungersituation alarmierend

Verlierer und Gewinner

Dreijährige Kinder essen in einem Kindergarten in Pjöngjang zu Mittag (Foto: dpa)

Keine Verbesserung für die Bevölkerung Nordkoreas

Der größte Verlierer des Welthunger-Index seit 1990 ist die Bevölkerung Nordkoreas. Dort hat sich die Hungersituation massiv verschlechtert. Als Beispiel für eine positive Entwicklung führt Klaus Grebmer Ghana an. Dort habe "eine gute Regierungsführung gewaltig dazu beigetragen hat, die Situation zu verbessern".

Im Mittelpunkt des diesjährigen Welthunger-Index steht die zunehmende Verknappung von Ressourcen. Klaus Grebmer plädiert deshalb dafür, Ansätze zu fördern, die erfolgreich Land, Wasser und Energie verknüpfen.

Land Grabbing gefährdet Existenz von Kleinbauern

Ein Bauer schaut auf sein Feld (Foto: DW)

Eines der größten Probleme ist das Land Grabbing

Die Zunahme des Land Grabbings – dem Kauf großer Flächen Ackerland - gefährdet nach Ansicht der Präsidentin der Welthungerhilfe gerade in Afrika die Existenz vieler Kleinbauern. "Länder wie China, Vietnam, aber auch europäische Länder kaufen weltweit Land auf. Wir sprechen inzwischen nicht nur von Land Grabbing, sondern auch von Wasser Grabbing."

Dieckmann kritisierte weitre, dass in der Regel die in der jeweiligen Region lebenden Menschen in die Prozesse nicht einbezogen würden. "Die privaten Investoren produzieren, um zu exportieren, um die Produkte mit in ihre Länder zu nehmen - sehr oft inzwischen für die Biokraftherstellung, aber auch Fleischerzeugung."

Beteiligung von Kleinbauern bei Landinvestitionen

Die Welthungerhilfe fordert die Politiker weltweit dazu auf, sich gegen Landraub zu Lasten der Armen einzusetzen. Großflächige Landinvestitionen sollten mit Beteiligung von lokalen Organisationen und Kleinbauern umgesetzt werden. Den Menschen vor Ort müsse eine Perspektive geboten werden.

Große Chancen für eine effektivere Landwirtschaft sieht Dieckmann in alternativen Modellen wie der Gründung von Kooperativen, die dann auch die Produkte gemeinsam verkaufen, damit die Gewinne bei der einheimischen Bevölkerung bleiben.

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