Jeden Tag vier antisemitische Straftaten in Deutschland | Aktuell Deutschland | DW | 11.02.2018
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Hassverbrechen

Jeden Tag vier antisemitische Straftaten in Deutschland

Die Polizei hat einem Bericht zufolge im vergangenen Jahr bundesweit 1453 antisemitische Straftaten registriert. Nur ein sehr kleiner Anteil ging auf das Konto der zuletzt viel diskutierten islamistischen Judenfeinde.

Ein Polizist bewacht mit einer Maschinenpistole das jüdische Museum in Berlin (Archivbild)(picture-alliance/dpa/T. Kleinschmidt)

Ein Polizist bewacht mit einer Maschinenpistole das jüdische Museum in Berlin (Archivbild)

Im Jahr 2017 sind durchschnittlich vier antisemitische Straftaten am Tag verübt worden. Dies berichtet der Berliner "Tagesspiegel" unter Berufung auf eine Antwort der Bundesregierung auf schriftliche Fragen von Bundestagsvizepräsidentin Petra Pau (Linke).

Insgesamt wurden 1453 Delikte registriert. Das sind etwa so viele Straftaten wie im Vorjahr und mehr als im Jahr 2015. Die Zahl für 2017 werde vermutlich noch steigen, da nicht alle Angaben der Länder bereits endgültig erfasst seien.

Besucher eines Neonazis-Konzerts im vergangenen Sommer in Thüringen (picture-alliance/dpa-Zentralbild/B. Schackow)

Besucher eines Neonazis-Konzerts im vergangenen Sommer in Thüringen

Bei 1377 Delikten geht die Polizei von rechtsradikalenTätern aus. 33 Straftaten werden ausländischen Judenfeinden ohne Islamisten zugeschrieben, weitere 25 Delikte "religiös motivierten" Antisemiten, also meist muslimischen Fanatikern ausländischer sowie deutscher Herkunft.

Das Verbrennen israelischer Fahnen in Berlin durch arabische Gruppen hatte bundesweit für Empörung gesorgt (picture alliance/dpa/Jüdisches Forum für Demokratie und gegen Antisemitismus e.V.)

Das Verbrennen israelischer Fahnen in Berlin durch arabische Gruppen hatte bundesweit für Empörung gesorgt

Bei 17 Taten war es der Polizei trotz erkennbaren Judenhasses nicht möglich, ein politisches Milieu zu ermitteln. Nur ein einziges Delikt, eine von 898 Volksverhetzungen, war nach Erkenntnissen der Polizei links motiviert.

Bei Demonstrationen arabischer Gruppen in Berlin waren im Dezember israelische Flaggen verbrannt worden. Dies hatte für große Empörung gesorgt und die Diskussion über Antisemitismus unter Muslimen befeuert.

stu/mak (afp, tagesspiegel.de)

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