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Aktuell Amerika

Jeb Bush wirft seinen Hut in den Ring

Er hat den Fehdehandschuh aufgenommen: Kurz nach der demokratischen Widersacherin Hillary Clinton hat auch Jeb Bush offiziell seinen Willen erklärt, Präsident der USA zu werden.

Der US-Republikaner Jeb Bush will als Präsident "Amerika reparieren". "Ich weiß, dass ich es kann", sagte er in seiner Rede in Miami. Wie lange erwartet, hat sich der ehemalige Gouverneur aus Florida offiziell um die Kandidatur für die Präsidentenwahlen 2016 beworben.

Zugleich machte er große Versprechen: Er wolle die US-Wirtschaft auf vier Prozent Wachstum bringen und 19 Millionen neue Arbeitsplätze schaffen. Amerika solle "eine Supermacht wie keine andere" sein.

"Blockiert und erlahmt"

"Wir werden die Zukunft in diesem Land wieder in die Hand nehmen", sagte der 62-Jährige. Das derzeitige Washington unter Präsident Barack Obama sei blockiert und erlahmt. Dem müsse man ein Ende setzen.

Bush ist laut Umfragen einer der aussichtsreichsten Bewerber im parteiinternen Vorwahlkampf. Sollte er das Rennen gewinnen, wäre er nach seinem Vater und seinem Bruder der "dritte Bush" im Weißen Haus.

Kampf der Dynastien?

Bei den Demokraten gilt die ehemalige Außenministerin und Ex-First-Lady Hillary Clinton (67) als haushohe Favoritin. Es könnte also im nächsten Jahr zu einem "Kampf der Dynastien" kommen.

Jeb Bush gilt als eher moderater Republikaner. Er hat eine mexikanische Ehefrau und spricht Spanisch, was ihn bei der wichtigen Wählergruppe der Latinos beliebt machen dürfte.

Familiäre Unterstützung: Jeb Bushs Ehefrau Columba (links) und seine Mutter, die frühere First Lady Barbara Bush (Foto: Reuters)

Familiäre Unterstützung: Jeb Bushs Ehefrau Columba (links) und seine Mutter, die frühere First Lady Barbara Bush

Begehrtester Schreibtisch Amerikas

Die parteiinternen Vorwahlen beginnen im Januar und laufen mehrere Monate. Die Präsidentenwahl findet am 8. November statt. Amtsinhaber Obama darf nicht mehr antreten, weil er bereits zwei Amtszeiten hinter sich hat. Beide Konkurrenten um den Schreibtisch im Oval Office - Clinton und Bush - haben ihren Wahlkampf längst begonnen.

Clinton hielt am Wochenende ihre erste große Kandidatenrede in New York. Bush besuchte Deutschland, Polen und die baltischen Staaten - um sich als Außenpolitiker zu profilieren. Er tritt für einen harten Kurs gegen Russland ein. Sein Amt als Gouverneur im wichtigen Swing-State Florida, der bei Präsidentenwahlen oftmals eine entscheidende Rolle spielt, hatte er von 1999 bis 2007 inne.

Als Umfaller geoutet

Politisch hält "Bush3" eine Mittelposition im Spektrum der Republikaner. Doch seine Zeit als Gouverneur Floridas weist ihn nach Einschätzung von Beobachtern klar als Konservativen aus - im Vergleich mit seinem Bruder George W. gilt Jeb vielen sogar als der konservativere von beiden.

Als Gouverneur senkte er Steuern und privatisierte, was der konservativen "Tea Party" gefällt. Andererseits setzte er sich für ein umfassendes neues Einwanderungsgesetz ein. Allerdings outete Bush sich auch schon in aller Öffentlichkeit als Umfaller: Ausgerechnet beim Thema Irakkrieg änderte er innerhalb weniger Tage seine Meinung.

Zunächst erklärte er, er hätte als Präsident ebenso gehandelt wie sein Bruder George W., der 2003 im Irak einmarschierte - doch kurz darauf, unter dem Druck der öffentlichen Meinung, ruderte er rasch zurück.

jj/sti (dpa, afp, rtr)