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Kultur

J.D. Salinger ist tot

Der US-Schriftsteller J.D. Salinger ist im Alter von 91 Jahren gestorben, wie sein Sohn mitteilte. Der Autor erlangte durch "Der Fänger im Roggen" Weltruhm.

Seit Jahrzehnten lebte J.D. Salinger zurückgezogen in einem kleinen Haus in Cornish im US-Staat New Hampshire. Er lehnte jeden Starruhm und alle Interviews hartnäckig ab. "Nach seinem lebenslangen Bemühen um Abgeschiedenheit wird es keinen Gottesdienst zur Beisetzung geben. Die Familie bittet, aus Respekt gegenüber dem Leben und Werk von Mister Salinger, diesem Wunsch zu folgen", sagte Salingers Sprechern. Zuvor hatte der Sohn des US-Schriftstellers am Donnerstag (28.01.2010) die Öffentlichkeit über den Tod Salingers informiert.

Jerome David Salinger wurde am 1. Januar 1919 geboren. Seine Mutter, eine irisch-schottische Katholikin, war zum Judentum konvertiert. Erste Schreibversuche unternahm Salinger als junger Kadett in einer Militärschule. Als Student veröffentlichte er erste Kurzgeschichten. Auch als er im Zweiten Weltkrieg in Frankreich kämpfte, schrieb er weiter. In Frankreich traf Salinger auch den Kriegsberichterstatter Ernest Hemingway, der ihm einer Biografie zufolge ein "verdammtes Talent" bescheinigte.

Roman bewegt bis heute Millionen Leser

Buchcover von 'Der Fänger im Roggen' (Foto: Verlag)

"Der Fänger im Roggen" beeinflusste eine ganze Jugendgeneration

Salinger schrieb nur einen einzigen Roman, der aber wurde zum Welterfolg und beeinflusste eine ganze Generation. "Der Fänger im Roggen" erzählt die Geschichte einer Gruppe Jugendlicher um den 16-jährigen, rebellischen Holden Caulfield, der sich in Salingers Heimatstadt New York durchschlägt. Das Buch erschien im Jahr 1951 und ist ein frühes Dokument der beginnenden Jugendrebellion.

Die Figuren - voll Fantasie, Sehnsucht und Frustration - haben bis heute Millionen Leser bewegt. Noch immer ist das Werk Pflichtstoff in vielen Schulen. Angebote zur Verfilmung hatte Salinger stets abgelehnt.

"Ich schreibe für mich selbst"

Sein letztes Werk veröffentlichte Salinger im Jahr 1965. "Ich liebe es zu schreiben, und ich versichere Ihnen, dass ich regelmäßig schreibe", hatte er 1980 in einem Interview erklärt. "Aber ich schreibe für mich selbst, für mein eigenes Vergnügen. Und ich möchte dafür in Ruhe gelassen werden."

Vor einem halben Jahr war Salinger dann noch einmal in die Öffentlichkeit getreten. Er hatte gegen einen Autoren geklagt, der mit "60 Years Later: Coming Through the Rye" eine Fortsetzung des "Fängers im Roggen" verkaufen wollte.

Autorin: Ursula Kissel (dpa, apn, afp)
Redaktion: Herbert Peckmann

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