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Musik

Jazztrompeter Marcus Belgrave ist tot

Mit weltberühmten Jazzgrößen wie Ray Charles oder Wynton Marsalis hat er als Musiker auf der Bühne gestanden. Jetzt ist der amerikanische Trompeter Marcus Belgrave in Detroit gestorben

Sein Tod kam nicht überraschend, seit längerem war Marcus Belgrave schwer krank. Obwohl er unter massiven Herz- und Lungenproblemen litt, konnte und wollte er die Trompete bis zuletzt nicht aus der Hand legen. Zum Schluss musste er rund um die Uhr mit künstlichem Sauerstoff versorgt werden. Noch auf dem Sterbebett hatte der Trompeter Musikerkollegen zu einer letzten Jamsession eingeladen. Er starb an Herzversagen.

Belgrave, der 78 Jahre alt geworden ist, war Vollblutmusiker. Er zählte zu den einflussreichsten Jazzmusikern seiner Generation. Mit vielen internationalen Jazzgrößen stand er auf der Bühne. Der Sänger und Pianist Ray Charles, neben dem Belgrave viele Konzerte gespielt hat, schätzte seine gefühlvolle Art Trompete zu spielen. Auch Ella Fitzgerald, Dizzy Gillespie und Sänger Sammy Davis Jr. zählten zu den Musikern, die mit ihm zusammen gearbeitet haben.

Bildergalerie verstorbene Musiker

Neben Jazzlegende Ray Charles stand Belgrave oft auf der Bühne

Prägend für ganze Generationen

Geboren wurde Marcus Belgrave 1936 in Chester im amerikanischen Pennsylvania. Seine Karriere begann er mit 12 Jahren, schon als junger Mann trat er professionell mit bekannten Jazzmusikern auf. 1962 ging er nach Detroit und wurde dort Studiomusiker bei Motown Records. Seit 1988 war er festes Bandmitglied im "Lincoln Jazz Orchestra" von Wynton Marsalis. Später widmete sich Belgrave verstärkt dem Unterrichten von Musik und brachte vor allem jungen Leute bei, was für musikalische Ausdruckskraft im Jazz und speziell in der Jazztrompete steckt.

Jazzmusiker Marcus Belgrave gestorben

Detroit war seine musikalische Heimat: der Musiker zu Hause in seinem Studio

Sein Leben lang ist Belgrave seiner Heimatstadt treu geblieben, dort war er auch längst selbst eine Legende. "Er war der Mentor einer ganzen Generation von Musikern", sagt der Bassist Rodney Whitaker in der "Detroit Fee Press" (USA) über seinen verstorbenen Kollegen. "Ich habe in Detroit in den letzen 50 Jahren nicht einen Musiker getroffen, der nicht irgendwie von ihm beeinflusst wurde."

hm/stu (dpa/detroitnews)