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Musik

Jazz-Sänger Al Jarreau ist tot

Sieben Grammys hat er bekommen, sein Gesangsstil war legendär. Zuletzt sang er sogar im Weißen Haus. Kurz nach Beendigung seiner Bühnenkarriere ist der Jazz-Sänger im Alter von 76 Jahren gestorben.

Erst am 9. Februar hatte er seine Karriere beendet, dann kam kurz darauf die traurige Nachricht: "Al ist gegen 5.30 Uhr friedlich in einem Krankenhaus in Los Angeles entschlafen. Familienmitglieder und einige enge Freunde waren dabei", teilte Al Jarreaus Agent Bob Zievers mit. Zunächst sei keine öffentliche Beerdigung, sondern nur eine "kleine private Trauerfeier".

Noch im letzten Jahr war Jarreau einer Einladung des damals amtierenden US-Präsidenten Barack Obama ins Weiße Haus gefolgt - für ihn eine große Ehre. Zusammen mit anderen Jazzmusikern, unter anderem war auch der deutsche Trompeter Till Brönner eingeladen, gab der Sänger dort eine Kostprobe seiner legendären Stimme.

Virtuoser Jazzinterpret

Al Jarreau wurde am 12. März 1940 in eine musikalische Familie hineingeboren. Seine Mutter war Kirchenorganistin. Er wuchs in Milwaukee in den USA auf und entdeckte früh sein Improvisationstalent. Mit seinen Brüdern sang er immer um die Wette. Später trat er als Student in Jazzclubs auf. 1975 wurde er von einem Talentscout in Hollywood entdeckt und bekam seinen ersten Plattenvertrag.

Deutschland war für den charismatischen Gesangvirtuosen eine wichtige Station seines Musikerlebens gewesen. 1976 trat Jarreau im Hamburger Jazzclub "Onkel Pö" und bei den Berliner Jazztagen auf und legte den Grundstein für seine Weltkarriere. Wie kaum ein anderer steht der Vocalmusiker für die reine Lust an der improvisierten Stimmmodulation. Er setzte seine Stimme wie ein Instrument ein - und hatte damit auf Anhieb Erfolg. "Immer, auch wenn ich R&B mache, hört man da den Jazz-Bläser singen", sagte er selbst über seinen eigenwilligen Gesangsstil.

Al Jarreau (picture alliance/AP Photo/L. Gillieron/Keystone )

Pure Improvisationslust: Al Jarreau war berühmt für seine Jazzinterpretationen

Weltberühmt ist seine Variation des Paul-Desmond-Klassikers "Take Five". Jarreau verwandelte mit atemberaubender Musikalität bekannte Songs in wahre Textkunstwerke, setzte Scatgesang, Vocaljazz und Popelemente gleichermaßen in seinen Konzerten und Plattenaufnahmen ein. Dafür bekam er immerhin sieben Mal einen Grammy verliehen.

Im Herbst 2016 war er nochmal auf Deutschland-Tournee und trat unter anderem bei den Jazztagen in Dresden auf. Doch er konnte nur auf Krücken und auf einen Begleiter gestützt die Bühne betreten. Eine Rückenoperation hatte ihm zu schaffen gemacht, ließ das Management wissen. Wenige Tage vor seinem Tod ließ Al Jarreau seine Fans wissen, er sei dankbar für 50 Jahre, die er damit verbrachte habe, mit Musik um die Welt zu reisen. Ein Großer des Jazz tritt von der Bühne ab.

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