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Kultur

Jazz-Legende Ornette Coleman ist tot

Der autodidaktische Saxofonspieler, der die Welt des Jazz mit seinem unkonventionellen "Free Jazz" polarisierte, ist gestorben. In Musikerkreisen gilt er als Avantgarde-Genie.

Ornette Coleman, einer der Pioniere des Jazz, ist am Donnerstag (11. Juni) im Alter von 85 Jahren in New York gestorben. Der Saxofonspieler und Komponist war einer der größten und umstrittensten Innovatoren in der Geschichte des Jazz, seit er 1959 mit seinem visionär betitelten Album "The Shape of Jazz to Come" die Musikwelt erschütterte.

Der 1930 in Texas geborene Coleman hatte sich das Saxofonspielen als Kind selbst beigebracht. Nachdem er sich einige Zeit mit kleineren Auftritten in Los Angeles durchschlug, schaffte er in den 1950er Jahren den Durchbruch als Quereinsteiger und bekam erste Plattenverträge.

Freie Avantgarde

Gemeinsam mit John Coltrane war Coleman eine der treibenden Kräfte des Free Jazz; er zerbrach traditionelle harmonische Strukturen und ließ frei fließende musikalische Ausdrucksformen zu. Vor allem sein Album "Free Jazz: A Collective Improvisation" wurde Anfang der 1960er Jahre als Befreiung von formalen Konventionen gefeiert. Es machte ihn weltbekannt.

Der vielfach ausgezeichnete Coleman, unter anderem als bisher einziger Jazzmusiker mit dem Pulitzerpreis in der Kategorie Musik geehrt, trat mit zahlreichen Kollegen auf, auch aus dem Bereich des Pop. Sein Credo war dabei immer, das Spielen von Jazz müsse sich ganz natürlich anfühlen - wie jede andere menschliche Aktivität auch. Frei improvisierte Solos, die er in den Jazz einführte und die die Kritiker anfangs noch als chaotisch empfanden, wurden später zum integralen Bestandteil von Jazz und Rock.

Sein Sohn Deonardo Coleman, aus der geschiedenen Ehe mit der Dichterin Jayne Cortez, ist ein bekannter Jazzdrummer, der oft zusammen mit seinem Vater spielte.

sp/ suc (afp,dpa)

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