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Nahost

Jason Hurd – Angst als ständiger Begleiter

Nach zehnjährigem Dienst wurde Jason Hurd im August 2007 ehrenhaft aus der Armee entlassen. Seine Zeit als Sanitäter im Irak hat er aber noch nicht verarbeitet.

US-Soldat Jason Hurd (Foto: Christina Bergmann)

"Also habe ich meine Waffe gehoben, doch das Auto kam näher."

Jason Hurd war 17, als er im August 1997 beschloss, zur Armee zu gehen. Eine Ausbildung, ein geregeltes Einkommen, dazu eine kostenlose Krankenversicherung waren gute Argumente. Sein Vater, eigentlich ein konservativer Kriegsbefürworter, der selbst im Zweiten Weltkrieg gekämpft hatte, war dagegen. Er war sogar bereit, für die Ausbildung seines Sohnes eine zweite Hypothek auf das Haus aufzunehmen. Doch Jason Hurd lehnte ab.

Alles und jeder ist verdächtig

Zwischen November 2004 und November 2005 war er in Bagdad stationiert. Und dort wurde die Angst zum ständigen Begleiter. Man bekommt eingetrichtert, erzählt Hurd, dass alles und jeder verdächtig ist, dass man immer auf der Hut sein muss. Er würde sich ungern als Monster sehen, aber die Moral einer Handlung werde durch das Ergebnis bestimmt, sagt er. Und er könne kaum fassen, wie er im Irak gehandelt habe.

Seinen zivilen Job hat Jason Hurd vor einer Woche verloren – auch, weil ihm die Ereignisse im Irak immer noch zu schaffen machen. Der 28jährige mit den langen Haaren und dem Vollbart leidet, wie sein Vater, unter den psychischen Folgen seines Kriegseinsatzes.

Und jetzt? Ein Studium!

Ärztliche Unterstützung aber hat er sich lange nicht geholt – denn wie hätte das ausgesehen, ein Sanitäter, der den Stress nicht aushalten kann und selber Hilfe braucht? Es fällt ihm schwer an die Zukunft zu denken, aber Pläne hat er schon: ein Studium beginnen, vielleicht Jura. Das Geld hat dafür während seiner Armeezeit gespart.

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