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USA

Jared Kushner bestreitet unerlaubte Russland-Kontakte

Nichts Verbotenes, auch nichts "Unangemessenes" will der Schwiegersohn von Donald Trump getan haben, um diesem den Weg ins Weiße Haus zu bahnen. Der Kongress fühlt Kushner in der Russland-Affäre auf den Zahn.

Jared Kushner, der Schwiegersohn von US-Präsident Donald Trump, hat seine Gespräche mit russischen Vertretern im Wahlkampf verteidigt. "Ich hatte keine rechtswidrigen Kontakte", schreibt der 36-Jährige in einer Erklärung, die er vor einer Anhörung im Geheimdienstausschuss des Kongresses veröffentlichte. Es habe keine geheimen Absprachen gegeben, beteuert Kushner. Er wisse auch nichts von einer solchen Zusammenarbeit zwischen anderen Mitgliedern von Trumps Wahlkampfteam und Russland.

Der Immobilienunternehmer bestreitet zudem, in Firmenangelegenheiten auf russische Finanzierungshilfen zurückgegriffen zu haben. Allerdings schiebt er ein Eingeständnis hinterher: In "etwa vier" Fällen habe es Kontakte zu russischen Vertretern gegeben, die er zunächst nicht angegeben hatte.

Erklärung für die Senatoren

Die elfseitige Erklärung war für den Kongress bestimmt, wo Kushner hinter verschlossenen Türen befragt wird. Er und andere Vertraute Trumps treten in dieser Woche vor zwei Ausschüssen auf. Im Kern geht es um die Frage, ob die Präsidentenwahl in den USA mit russischer Hilfe zugunsten des Siegers beeinflusst wurde. Moskau wies die Vorwürfe stets zurück - ebenso wie Trump selbst.

USA Trumps Schwiegersohn weist Verdacht in Russland-Affäre zurück (Reuters/J. Ernst)

Anhörung vor der Anhörung: Kushner spricht vor dem Kongress mit Journalisten

In den vergangenen Wochen war Kushner in der Affäre stark unter Druck geraten. So wurde bekannt, dass er im Juni 2016 zusammen mit Trumps Sohn Donald Jr. und dem damaligen Wahlkampfchef Paul Manafort eine russische Anwältin getroffen hatte.

Im Vorfeld dieser Begegnung waren dem Trump-Sohn nach dessen Angaben belastende Informationen über die demokratische Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton angeboten worden. Von dieser Offerte will Kushner jedoch nichts gewusst haben. Das Treffen mit der Anwältin bezeichnet er als "Zeitverschwendung".

"Kein dauerhafter Draht nach Moskau"

Den russischen Botschafter Sergej Kisljak traf Kushner laut eigener Darstellung zwei Mal - zuerst im April 2016 am Rande einer Rede von Donald Trump, dann noch einmal Anfang Dezember. Das Treffen nach Trumps Wahlsieg hatte zuletzt für Wirbel gesorgt. Die Zeitung "Washington Post" berichtete, Kushner habe sich dabei um die Einrichtung eines geheimen Gesprächskanals mit Moskau bemüht.

Kushner erklärte nun dazu, der Botschafter habe ihm Informationen des russischen Militärs über Syrien angeboten und dafür einen abhörsicheren Kanal nutzen wollen. Er habe Kisljak daraufhin vorgeschlagen, einen Kommunikationskanal in der russischen Botschaft zu nutzen. Der Botschafter habe entgegnet, dass dies nicht möglich sei. Der Präsidentenberater betont, es sei ihm nicht darum gegangen, einen längerfristigen Draht nach Moskau einzurichten, um Informationen an der seinerzeit noch amtierenden Regierung von Barack Obama vorbeizuschleusen.

Kushner ist mit Trumps Tochter Ivanka verheiratet. Vor seiner Politkarriere war er wie Trump Immobilieninvestor. Heute nimmt er an vielen Treffen des Präsidenten teil - und gilt in Washington als eine der zentralen Figuren im Zirkel der Macht.

jj/kle (dpa, afp, rtr)