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Japan

Japans Kaiser darf in Rente gehen

Für Japans Kaiser Akihito rückt die Erfüllung seines Wunsches nach Abdankung näher. Die Regierung hat für den 83-Jährigen ein entsprechendes Sondergesetz abgesegnet. Mitte Juli soll es in Kraft treten.

Neben dem Kabinett muss noch das Parlament dem Abdankungsgesetz zustimmen. Dieser Schritt gilt als Formsache. Es wäre das erste Mal seit rund 200 Jahren, dass ein Monarch in Japan abdanken würde. Die derzeitige Rechtslage sieht dies nicht vor. Nach Vorstellung der Regierung könnte Kaiser Akihito dann an seinem 85. Geburtstag im Dezember 2018 abdanken. Akihito hatte im vergangenen August in einer seltenen Video-Botschaft deutlich zu erkennen gegeben, angesichts seiner nachlassenden Kräfte irgendwann abdanken zu wollen.

Die Kaiserfamilie schrumpft

Sein ältester Sohn, Kronprinz Naruhito (56), würde seinem Vater auf den Thron folgen. In Zukunft könnte es für die älteste Erbmonarchie der Welt jedoch schwierig werden, eine stabile Thronfolge zu sichern. Denn nach geltendem Recht dürfen nur Männer auf den Chrysanthementhron. Außerdem nimmt die Zahl der kaiserlichen Familienmitglieder ab.

Kürzlich hatte der Hof mitgeteilt, dass das erste Enkelkind des Kaisers, Prinzessin Mako, sich bald mit ihrem früheren Studienfreund verloben wolle. Nach dem Haushofgesetz verlieren weibliche Mitglieder der Monarchenfamilie ihren Status als Angehörige des Hofes, wenn sie einen Bürgerlichen heiraten. Nach ihrer Heirat zählt die Kaiserfamilie nur noch 18 Mitglieder. Makos jüngster Bruder, der zehn Jahre alte Prinz Hisato, ist dabei das einzige männliche Mitglied der jüngsten Generation der Familie. 

bri/sti (dpa, afp)