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Aktuell Asien

Japans Kaiser Akihito denkt an Rücktritt

Nach mehr als 27 Jahren auf dem Chrysanthementhron will Japans Kaiser Akihito in den Ruhestand gehen. Dazu müsste allerdings erst das Thronfolgegesetz geändert werden. Die Abdankung eines Monarchen ist nicht vorgesehen.

Japans Kaiserpaar Akihito und Michiko am 23.12.2015 in Tokio (Foto: EPA)

Japans Kaiser Akihito und seine Frau Michiko lassen sich die Strapazen ihrer Arbeit nicht anmerken

Bislang erfüllt Japans 82-jähriger Kaiser Akihito noch eisern seine protokollarischen Pflichten. Doch in den kommenden Jahren will sich der Tenno, wie der Monarch in Japan genannt wird, offenbar in den Ruhestand verabschieden. Japanische Medien berichteten unter Berufung auf Regierungskreise, Akihito habe seinen Entschluss Vertrauten am Hofe mitgeteilt. Er gilt nach einer Herzoperation und einer Behandlung wegen Prostatakrebs seit einigen Jahren als gesundheitlich angeschlagen. Der Palast kommentierte die Berichte zunächst nicht.

Der im Volk beliebte Kaiser räumte den Angaben zufolge ein, dass er bei Zeremonien kleine Fehler gemacht habe. Deshalb habe der Hof vorgeschlagen, den Umfang seiner Verpflichtungen zu reduzieren. Akihito habe dies jedoch abgelehnt und den Wunsch geäußert, dass auf dem Thron jemand sein solle, der die damit verbundenen Aufgaben voll erfüllen könne. Der Kaiser hat in Japan keinen Einfluss auf die Politik, er gilt laut Verfassung als "Staatssymbol".

Älteste Erbmonarchie der Welt

Der 56-jährige Kronprinz Naruhito steht bereit, den Thron zu besteigen. Jedoch muss dafür zunächst das Thronfolgegesetz geändert werden. Bislang ist eine Abdankung des Monarchen gar nicht geregelt. Seit 200 Jahren ist kein lebender Regent in der ältesten Erbmonarchie der Welt aus dem Amt geschieden.

Japans Kronprinz Naruhito und Prinzessin Masako am 7. Juli 2016 (Foto: picture alliance)

Kronprinzessin Masako war vor ihrer Heirat mit Naruhito im diplomatischen Dienst

Naruhito war der erste Sproß des Herrscherhauses, der eine bürgerliche Frau heiratete. Doch Kronprinzessin Masako hielt dem immensen öffentlichen Druck, dem Kaiserhaus einen männlichen Nachfolger zu gebären, nicht stand und erkrankte. Sie treten inzwischen wieder gemeinsam öffentlich auf.

Kaiser Akihito hatte am 7. Januar 1989 den Chrysanthementhron bestiegen. Sein Vater Hirohito war Staatsoberhaupt während des Zweiten Weltkriegs, in dem Japan vieler seiner Nachbarstaaten angriff. Akihito hatte im vergangenen Jahr mit Blick auf den Krieg

"tiefes Bedauern"

geäußert. Dies war von politischen Beobachtern als Geste gewertet worden, angesichts des anwachsenden Nationalismus in Japan an der pazifistischen Grundhaltung im Nach-Kriegs-Japan festzuhalten.

ago/uh (dpa, afp, ape, rtre)

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