Japans Kaiser Akihito dankt 2019 ab | Aktuell Welt | DW | 01.12.2017
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Ostasien

Japans Kaiser Akihito dankt 2019 ab

Erstmals seit 200 Jahren wird in Japan ein Kaiser sein Amt niederlegen. Der gesundheitlich angeschlagene Monarch wird am 30. April 2019 abdanken. Den Thron soll Akihitos ältester Sohn, Kronprinz Naruhito, übernehmen.

Japan - Abdankung - Kaiser Akihito (picture alliance/Kyodo)

Der gesundheitlich angeschlagene Tenno Akihito (r.) und sein Sohn, Kronprinz Naruhito

Regierungschef Shinzo Abe teilte das Datum der Abdankung nach einem Treffen mit Kaiser Akihito mit. Im Juni hatte das Parlament in Tokio ein entsprechendes Sondergesetz verabschiedet. Zugleich schrieb die rechtskonservative Regierung fest, dass auch künftig nur Kaiser in Ausnahmefällen zu Lebzeiten abtreten dürfen.

Nachlassende Kräfte

Der 83-jährige Akihito hatte im vergangenen Jahr in einer seltenen Video-Botschaft an das Volk den Wunsch geäußert, angesichts seiner nachlassenden Kräfte abdanken zu wollen. Als Gründe für seinen Entschluss nannte er sein Alter und gesundheitliche Probleme. Er wurde zuletzt wegen Prostatakrebs behandelt und musste sich einer Herzoperation unterziehen.

Akihitos bevorstehende Abdankung löste auch eine Debatte über die Nachfolgeregelung im japanischen Kaiserhaus aus: Zwar gab es in der japanischen Geschichte auch Kaiserinnen, nach den heutigen Gesetzen dürfen jedoch nur Männer den Thron besteigen. Nach Naruhitos jüngerem Bruder Akishino und dessen zehnjährigem Sohn Hisahito gibt es derzeit aber keinen weiteren männlichen Thronfolger.

"Frieden schaffen"

Der im Volk äußerst beliebte Akihito, dessen Regentschaft den Namen Heisei (Frieden schaffen) trägt, ist der erste Tenno, der sein Amt nicht mehr als "Gott" antrat. Laut der Nachkriegsverfassung muss sich Akihito, der am 12. November 1990 offiziell zum 125. Tenno ausgerufen worden war, auf die Rolle als Symbol der Einheit der Nation beschränken. Damit wurden dem Kaiser auch sämtliche Regierungsbefugnisse genommen.

se/wa (rtr, ap, afp, dpa)

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