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Aktuell Asien

Japanische Patrouillenboote für Hanoi

Japan überlässt Vietnam sechs gebrauchte Patroiullenboote. Das könnte für Ärger mit China sorgen. Beide Länder liegen mit Peking im Streit um Gebiete im ost- und südchinesischen Meer.

Die sechs Patrouillenboote im Wert von umgerechnet 3,6 Millionen Euro seien eine Spende zur Verbesserung der maritimen Sicherheit, sagte der japanische Außenminister Fumio Kishada während eines Besuchs in der vietnamesischen Hauptstadt Hanoi. Gleichzeitig betonte Kishada, Wohlstand und Entwicklung gebe es "nur mit Stabilität im ost- und südchinesischen Meer.

Die Boote sind mit Radarsystemen ausgestattet und werden bis Ende des Jahres an Vietnam geliefert, hieß es aus dem Umfeld der japanischen Regierung. Tokio ist Vietnams wichtigster Geldgeber in Sachen Entwicklungshilfe.

Droht Ärger aus China?

Der Deal dürfte in China mit Ärger aufgenommen werden. Vietnam und Japan liegen wegen Souveränitätsansprüchen an Inseln und Seegebieten im Süd- und Ostchinesischen Meer im Streit mit Peking.

Im Mai hatte China eine Ölplattform in die Nähe der Paracel-Inseln gebracht, in Gewässer, die Vietnam beansprucht. Im Zusammenhang mit dem Streit kam es zu Zusammenstößen auf See (Artikelbild). Hanoi beschuldigte Peking, ein vietnamesisches Fischerboot versenkt zu haben. In Vietnam kam es zu anti-chinesischen Unruhen, bei denen mehrere chinesische und taiwanesische Fabriken in Brand gesetzt wurden. Erst Mitte Juli zog China die Ölbohrinsel wieder ab.

China streitet mit vielen Staaten

Auch Japan streitet mit China um Seegebeite rund um eine unbewohnte Inselgruppe im ostchinesischen Meer, die von Japan Senkaku, von China Diaoyu genannt wird. In dem Gebiet werden große Öl- und Gasvorkommen vermutet. Die Gewässer sind zudem sehr fischreich.

China hat außerdem Territorialstreitigkeiten im südchinesischen Meer mit Taiwan, Malaysia, Brunei und den Philippinen.

cr/se (dpa, rtr, afp)