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Fußball

Japan und die USA im WM-Finale

Japan hat den nächsten Favoriten rausgekickt: Nach der deutschen Elf besiegten die Asiatinnen im Halbfinale Schweden. Im Endspiel treffen sie auf das Team aus den USA, das zuvor gegen Frankreich gewonnen hatte.

Jubel bei den Japanerinnen nach dem 3:1. Foto: Thomas Lohnes/dapd

Kurz vor der Partie gegen Japan gab es für das schwedische Team eine schlechte Nachricht: Spielführerin Caroline Seger hatte sich beim Aufwärmen verletzt und konnte nicht spielen. Für sie kam Marie Hammarström in die Startelf. Die Skandinavierinnen zeigten sich davon anfangs jedoch unbeeindruckt und gingen früh in Führung. Josefine Öqvist erzielte nach nur zehn Minuten das Tor. Zuvor war Japans Kapitänin Homare Sawa ein schwerer Fehler unterlaufen. Sie hatte der Torschützin in die Beine gespielt.

Japan erneut stark

Kawasumi bejubelt ihren 1:1-Anschlusstreffer. Foto:Michael Probst/AP/dapd

Zweifache Torschützin: Kawasumi

Das Stadion in Frankfurt war gut gefüllt - 43.000 Zuschauer waren gekommen. Denn die heimischen Fans hatten gehofft, dass das deutsche Team dort spielen würde. Aber die DFB-Elf war im Viertelfinale an Japan gescheitert. Und die Asiatinnen zeigten warum. Nach dem Rückstand drängten sie kontrolliert nach vorne. Nach 18 Minuten fiel der Ausgleich durch Nahomi Kawasumi. In der zweiten Hälfte dominierten die Asiatinnen die Partie. Geduldig warteten sie auf ihre Chance. Sawa, die den Frauenfußball in Japan populär gemacht hat, erzielte schließlich in der 59. Minute den Treffer zur 2:1-Führung. Für die 32-Jährige ist es bereits die fünfte Weltmeisterschaft. Ihr Debüt in der Nationalmannschaft gab sie mit 15 Jahren.

Ein Traumtor

Nur fünf Minuten später erhöhte Kawasumi mit ihrem zweiten Treffer in dieser Partie zum 3:1-Endstand. Ein Traumtor - vielleicht das schönste der WM: Schwedens Torhüterin Hedvig Lindahl eilte bei einem Steilpass aus dem Strafraum, "klärte" den Ball aber genau Kawasumi vor die Füße. Die überlegt nicht lange und hebt den Ball aus rund 35 Metern ins leere Tor. "Das ganze Team war stark, unser Passspiel war sehr gut - so haben wir es geschafft", erklärte Kawasumi. Japan, das bisher als einziges asiatisches Team bei allen sechs Weltmeisterschaften dabei war, hat nun erstmals das Finale erreicht. Nach dem vierten Platz bei Olympia 2008 ist es für die "Nadeshikos" schon jetzt der größte Erfolg im Frauenfußball.

Cheney mit zweitem WM-Tor

Torschützin zum 1:O: Lauren Cheney. Foto: dpa/lnw

Torschützin zum 1:O: Cheney

Im Endspiel trifft Japan am kommenden Sonntag (17.07.2011, 20:45 MESZ) auf die USA. Die Voraussetzungen für das erste Halbfinale waren eher trüb: Es war mit 17 Grad kalt und es nieselte. Zudem war das Stadion in Mönchengladbach mit 25.000 Zuschauern nicht mal zur Hälfte gefüllt. Der 3:1 (1:0)-Sieg der USA gegen Frankreich war dagegen, um bei dem Wetter-Bild zu bleiben, heiter. Die Zuschauer konnten sich zumindest über ein frühes Tor freuen. Denn gleich der erste Konter der US-Amerikanerinnen saß: Nach einer Flanke von der linken Seite musste Lauren Cheney in der neunten Minute nur noch ihren Fuß hinhalten - und der Ball war drin zum 1:0.

Französinnen zu unerfahren

Beide Mannschaften hatten ein kräftezehrendes Viertelfinale hinter sich mit jeweils Verlängerung und Elfmeterschießen. Während Frankreich sich gegen England durchgesetzt hatte, hatten die US-Amerikanerinnen gegen Brasilien die besseren Nerven gehabt. Der überraschende Halbfinalist aus Frankreich spielte zwar offensiv, aber kopflos. So versuchten die Französinnen meistens aus der Distanz ein Tor zu erzielen. Aber dafür waren die Schüsse zu harmlos und nicht platziert genug. Der eine in der 33. Minute hätte es jedoch verdient reinzugehen: Sonia Bompastor traf aus 16 Metern nur die Latte.

Torwartfehler

Foto:Frank Augstein/AP/dapd

Bildunterschrift: Torwartfehler: Beim 1:1-Ausgleich hat sich die US-Torhüterin Hope Solo verschätzt

Der Weltranglisten-Erste aus den USA dagegen spielte routiniert, ohne jedoch das Spiel zu dominieren. Der 1:1-Ausgleich der aktiveren Französinnen war deshalb zwar nicht überraschend, das "wie" aber schon. Bompator flankte von links aufs lange Eck, die Torhüterin Hope Solo verschätzte sich, und der Ball segelte ins Tor. Doch erst eine Viertelstunde vor Abpfiff schien die Mannschaft der USA den Ernst der Lage zu erkennen. Abby Wambach (79.) und Alex Morgan (82.) nutzten eiskalt zwei Unsicherheiten in der französischen Abwehr und erhöhten innerhalb von nur drei Minuten auf 3:1.

Dabei blieb es auch. Der zweimalige Weltmeister und dreimalige Olympiasieger zieht damit zum dritten Mal in ein WM-Finale ein. Und zum dritten Mal könnten die USA den Titel holen. "Wir haben das Herz in die Hände genommen und am Ende verdient gewonnen", meinte die schwedische Trainerin der USA, Pia Sundhage nach dem Spiel. "Natürlich sind wir enttäuscht", sagte die französische Torschützin Sonia Bompatour. "Wir waren am Ball und in den Zweikämpfen ganz gut. Aber die Amerikanerinnen sind mental so stark. Zum Schluss haben wir nicht mehr mithalten können."

Autorin: Sarah Faupel
Redaktion: Stefan Nestler

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