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Asien

Japan stürzt in schwere Rezession

Die japanische Wirtschaft ist angesichts eines beispiellosen Exporteinbruchs so stark geschrumpft wie seit 35 Jahren nicht mehr. Das Land rutschte noch tiefer in die Rezession als die USA und Europa.

Börse in Japan (Quelle: AP)

Während der Finanzkrise stürzten auch in Japan die Kurse ab. Das Land hat sich noch nicht erholt und steckt tief in der Rezession

Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt brach gegenüber dem dritten Quartal um 3,3 Prozent ein, wie die Regierung in Tokio am Montag (16.02.2009) mitteilte. In Relation zum gesamten Jahr betrug das Minus 12,7 Prozent.

Zum Vergleich: In der Eurozone lagen die entsprechenden Zahlen bei 1,2 Prozent, in den USA waren es 3,8 Prozent. "Das ist die schlimmste Wirtschaftskrise der Nachkriegszeit", erklärte dazu der japanische Minister für Wirtschafts- und Fiskalpolitik, Kaoru Yosano.

Nachfrage nach Autos und Elektronik geschrumpft

Japans Wirtschaftsminister Kaoru Yosano (Quelle: AP)

Japans Wirtschaftsminister Kaoru Yosano verkündete die schlechten Nachrichten


Hintergrund der tiefen Rezession ist der Rückgang der Exporte. Diese schrumpften um 13,9 Prozent und damit so stark wie noch nie. Angesichts der Weltwirtschaftskrise ist die Nachfrage nach japanischen Autos und Elektronikprodukten drastisch zurückgegangen.

Hinzu kommt der rasante Höhenflug des Yen. Die geschrumpfte Auslandsnachfrage drückte Japans BIP um ganze drei Prozentpunkte und damit so stark wie noch nie. Die ebenfalls gesunkene Binnennachfrage ließ das BIP um weitere 0,3 Prozentpunkte sinken.

Konsumenten ängstlich – Experten pessimistisch

Die Automobilkrise hat auch den japanischen Autobauer Toyota erfasst(Quelle: AP)

Die Automobilkrise hat auch den japanischen Autobauer Toyota erfasst


Vor diesem Hintergrund erwarten Unternehmen wie Toyota, Sony und Hitachi im noch bis Ende März laufenden Geschäftsjahr hohe Verluste und bauen massiv Stellen ab. Dies drückt erheblich auf die Stimmung der Verbraucher, was die Rezession noch zu verlängern droht.

Für 2009 hat der Internationale Währungsfonds (IWF) für Japan einen Rückgang der Wirtschaftsleistung von 2,6 Prozent vorhergesagt. Kurzfristig sei keine Besserung zu erwarten, sagten auch Experten der Commerzbank. Die globale Wirtschaftskrise werde noch mindestens bis Sommer dauern und den Außenhandel belasten.

Auch japanisches Parlament ringt um Konjunkturpaket

Minister Yosano wies derweil auf die Notwendigkeit einer zügigen Verabschiedung des zweiten Nachtragshaushalts der Regierung hin. Eine verfahrene Situation im Parlament, wo die Opposition im Oberhaus die Mehrheit der Stimmen hat, blockiert jedoch die Verabschiedung eines gewaltigen Wirtschaftsankurbelungspakets des unter wachsendem Druck stehenden Regierungschefs Aso.

Seine Umfragewerte sind tief in den Keller gestürzt. Schon wird darüber spekuliert, dass Aso noch vor den spätestens im September anstehenden Wahlen zum Unterhaus von seiner Liberaldemokratischen Partei abgelöst werden könnte. Der seit über 50 Jahren fast ununterbrochen regierenden Partei droht der Machtverlust. (sas)

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