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Atomarer Krisenherd

Japan spricht von "neuer Phase der Bedrohung" durch Nordkorea

Nein, bei den Erfolgen des nordkoreanischen Atomprogramms handele es sich nicht nur um Propaganda: Die Diktatur unter Kim Jong Un mache tatsächlich große technologische Fortschritte, warnt eine Studie aus Japan.

Nordkorea Raketentest (Reuters/KCNA)

Das kommunistische Regime provoziert immer wieder mit Raketentests

Nordkorea sei möglicherweise in der Lage, kleinere Atomsprengköpfe zu entwickeln, die auf eine Rakete passten: Dies ist die Kernaussage einer japanischen Studie, veröffentlicht im Weißbuch des Tokioter Verteidigungsministeriums. Die Experten bescheinigen dem kommunistischen Regime erhebliche technologische Fortschritte und sprechen von einer "neuen Phase der Bedrohung".

Sollte die Verkleinerung von Nuklearwaffen tatsächlich gelungen sein, könne es die Führung in Pjöngjang "zu selbstsicher" machen und zu riskanten militärischen Provokationen verleiten, warnen die Japaner. In dem knapp 570 Seiten langen Bericht wird auch auf zwei Atomtests und 20 weitere Tests mit ballistischen Raketen im Vorjahr verwiesen.

Kim von UN-Sanktionen unbeeindruckt

Japan und Südkorea sind Verbündete der USA, dem Erzfeind in Pjöngjang unter Kim Jong Un. Beide Länder fühlen sich durch das Atom- und Raketenprogramm Nordkoreas bedroht. Trotz aller Verbote des UN-Sicherheitsrates sowie aller Warnungen hatte Nordkorea am 28. Juli eine Interkontinentalrakete getestet. Diese hatte nach Berechnungen von Experten eine theoretische Reichweite von rund 10.000 Kilometern. Kim sagte nach dem Test, das Festland der USA sei jetzt in Reichweite. Als Reaktion auf den Raketentest hat der UN-Sicherheitsrat die bislang schärfsten Wirtschaftssanktionen gegen Nordkorea verhängt.

US-Außenminister Rex Tillerson bemühte sich weiter um eine noch stärkere regionale Isolierung Nordkoreas. Bei einem Kurzbesuch in Bangkok drängte er die thailändische Militärregierung, schärfer gegen mutmaßliche nordkoreanische Strohfirmen vorzugehen, um Finanzquellen des Landes auszutrocknen.

Chinesische Großmanöver

Die Führung in Peking sagte eine strikte Umsetzung der verschärften UN-Sanktionen gegen Nordkorea zu. Inmitten der zunehmenden Spannungen hielten die Chinesen "großangelegte" Militärübungen vor der Küste der koreanischen Halbinsel ab. Der Schiffsverkehr in der Region wurde vorübergehend verboten. Ob die Manöver der Machtdemonstration Chinas dienen sollen oder als Warnung an Nordkorea gemeint sind, blieb unklar. 

SC/pab (afp, dpa, rtr)
 

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