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Aktuell Asien

Japan setzt Walfang im Nordpazifik fort

Japan kann es nicht lassen. Kürzlich hat das höchste UN-Gericht den japanischen Walfang zwar in der Antarktis untersagt, nicht aber im Nordpazifik. Und dorthin sollen die japanischen Walfänger nun wieder ausschwärmen.

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Sternstunde für den weltweiten Walschutz (31.03.2014)

Das Walfangverbot für die Antarktis will die japanische Regierung zwar respektieren, die Jagd auf die Meeressäuger im Pazifik aber fortsetzen. Die jährliche Jagd - zu vorgeblich wissenschaftlichen Zwecken - werde in der bevorstehenden Saison fortgeführt, gab Fischereiminister Yoshimasa Hayashi bekannt. Angesichts der weltweiten Kritik an Japans Walfang sollen laut Medienberichten jedoch weniger Wale als bisher harpuniert werden.

Der Internationale Gerichtshof in Den Haag hatte Ende März entschieden, dass Japan die angeblich zu Forschungszwecken abgehaltene Jagd auf die Wale im Südpolarmeer einstellen muss. Zur Begründung hieß es, das Programm diene nicht wie vorgegeben wissenschaftlichen, sondern kommerziellen Zwecken. Im Anschluss hatte Tokio erklärt, das Urteil zu befolgen und den Walfang zumindest für ein Jahr einzustellen.

Klage aus Australien

Australien hatte 2010 die Klage angestrengt und Japan vorgeworfen, jedes Jahr Hunderte Großwale aus kommerziellen Gründen zu töten und somit internationales Recht zu brechen. Nach australischen Angaben töteten japanische Walfänger in den Jahren 1987 bis 2009 mehr als 10.000 der Meeressäuger, vor allem Zwergwale.

Am Donnerstag hatte die japanische Fischereibehörde bestätigt, dass die Pazifik-Walfangflotte statt wie geplant am 22. April erst am 26. April auslaufen soll. In Medienberichten wurde spekuliert, es solle vermieden werden, dass der Starttermin einen Besuch von US-Präsident Barack Obama in Japan überschattet. Washington gehört zu den schärfsten Kritikern des Walfangs.

Beute fiel geringer aus

Die Regierung in Tokio veröffentlichte in der vergangenen Woche Zahlen, wonach in der letzten Jagdsaison in der Antarktis 251 Zwergwale getötet wurden. Im Pazifik wurden demnach insgesamt 190 Wale gefangen, darunter Zwerg-, Sei- und Pottwale. Die Walfänger hatten geplant, etwa 1000 Wale zu erlegen. Grund für die geringere Beute seien erneut Störaktionen der Umweltschutzorganisation "Sea Shepherd" gewesen. Dennoch gelang es den Fangschiffen, mehr als doppelt so viele Wale zu töten wie in der vorherigen Saison.

Das japanische Fangschiff Yushin Maru kollidiert fast mit dem Schiff Steve Irwin (im Vordergrund) der Umweltschutzorganisation Sea Shepherd (Foto: Reuters)

Das japanische Fangschiff "Yushin Maru" kollidiert fast mit dem Schiff "Steve Irwin" von Naturschützern

Japan hatte sich stets auf die Wissenschaft berufen, um ein 1986 verhängtes Verbot des kommerziellen Walfangs zu umgehen. Allerdings macht Tokio keinen Hehl daraus, dass das Fleisch getöteter Wale in Japan verzehrt wird. Neben Japan bekennen sich auch Norwegen und Island zur Jagd auf die Meeressäuger. Anders als Japan betreiben sie ungeachtet des Moratoriums offen kommerziellen Walfang.

kle/wl (afp, dpa, ape)

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